Mittwoch, 9. September 2009

heut ist der letzte Tag

heute sitz ich auf gepackten Koffern. Das heisst. ich hab nun nach der ganzen Verabschiedungssession im Büro und mit ein paar Freunden am Abend noch einen weiteren Koffer nötig. Habe so viele mitbringsel bekommen, dass ich gar nicht weiss wohin damit:-)
aber natürlich muss alles mit!

"man muss gehn, wenns am schönsten ist."

Oh mann, was für ein deutsches Sprichwort! ich glaub kein Argentinier würde auf sowas kommen. warum gehn wenns doch grad super ist?

weiß ich auch nicht.
aber so geh ich mit nem Haufen Freunden in meinem Herzen, unzähligen neuen Erfahrungen und Sichtweisen wieder heim.

und eins ist sicher, Argentinien hat mich nicht das letzte Mal zu Gesicht bekommen!

Sonntag, 6. September 2009

casi al fin



sonntag abend. 3 koffer gepackt. ein haufen im wohnzimmer den ich aussortiert hab. klamotten, Bücher, CDs, was weiß ich noch alles.
Sieht jedenfalls sehr stark danach aus, als ib das Ende meiner Zeit in Argentinien gekommen ist.
Naja, noch hab ich 3 Tage. Aber an denen muss ich arbeiten...

Am Freitagabend hab ich meine Abschiedsfeier in einer Bar in Palermo hollywood gemacht.
Und weil ich ja noch nicht so lange da bin, hab ich immernoch nicht kapiert, dass es nicht an mir liegt, dass die Leute nich pünktlich sind.

gesagt war um neun, die Reservierung hab ich schon auf 10 gelegt. Ich war dann um halb 10 da, und war bis um 10 auch ganz alleine.
Könnt Euch vorstellen wie ich da rumstand und mein Gesicht allmählich immer unruhiger wurde.

Aber ab 10 kamen sie dann. und zwar echt überraschend viele. So viele dass wir für ein paar keinen Platz mehr hatten und der Barbesitzer uns keine Stühle mehr gegeben hat. Ganz viele meiner Kollegen waren da, Maricel meine einzige argentinische Freundin! und dann meine Kletterfreunde Patricio, Mati, Frank und Lucas. auch wenn wir nicht wirklich oft klettern waren, sind wir doch entweder zusammen in Tandil gewesen oder am Apreskistand in Bariloche:-)

Picada Bier, Spiele und gute Stimmung - ein super Abend.
Der harte Kern ist danach noch weiter zum Tanzen gegangen. Und laut meiner Kollegen hab ich mittlerweile Reaggaton und Cumbia drauf, "für ne Deutsche nicht schlecht". Naja, ganz vergleichbar ist mein Tanzstil mit dem der Latinas nicht, aber muss er ja auch nicht.

Nach einem schönen Ausgiebigen Frühstück mit Mira und Anna hab ich am Samstag abend dann mit Freunden mein wohl letztes argentinisches Steak verdrückt und dann den abend in las Canitas in einer Bar ausklingen lassen.
Perfekt! Das Zitat oben links stammt übrigens nicht aus meinem Munde. aber ich musste einfach so drüber lachen, dass es sich sofort für den Blog qualifiziert hat.
Nur heut früh hat sich mein Kopf nicht so perfekt angefühlt. Aber das musste eben sein.

Nun hab ich dann heut den ganzen Tag eingepackt, wieder ausgepackt, aussortiert, wieder eingepackt, gewogen....
Und habe nun 2einhalb Koffer fertig. Der Rest folgt, wenn ich noch ein paar Sachen aus der Reinigung hole (die hoffentlich) fertig sein wird.

Patricio hat eben meine Regenhose, Julys Lautsprecher, meine Reiseapotheke das Outdooressen vom papa, meine Campingkartusche, und ein paar filme und CDs abgeholt.
So allmählich gibts echt kein zurück mehr. hab schon nix mehr im Kühlschrank und musste mir auf grund dessen was beim Wok-mann bestellen.

Morgen nochmal ein letztes mal laufen um viertel vor 6 im bosque de palermo.
dann die letzten Sachen im Büro übergeben.
ich glaub ich werd ganz schön viel vermissen, von dem was mich hier die letzten Monate geprägt hat. Und auch die Freunde und Kollegen. und die Sprache.
und das Land. und die relaxte Art. und die Sonne. und die Musik und die buena onda. und noch tausend Sachen mehr.

Am mittwoch gibts dann meinen letzten eintrag aus Argentinien..
Bis dahin :-)
Eure Corinna.

Sonntag, 30. August 2009

au weia - wurde ja auch mal wieder Zeit für neue Stories

so wie das Jahr angefangen hat muss es auch wieder aufhören oder?

also:
Am Freitag bin ich nach Chile zum Tom geflogen, der mit mir ja in der Stammi-Klasse in München die Ausbildung gemacht hat.
Erstmal habe ich einen ganz schönen Schrecken bekommen, als ich am Freitag noch einiger Aufgaben zutun bekommen hatte und meinen Flug auch nach einem lange Telefonat mit LAN nicht umbuchen konnte. Da dachte ich schon ich kann das Wochenende vergessen. Aber da ich nen coolen Chef hab, der mir erklärt hat ich wäre doch verrückt wenn ich wegen dem jetzt hier bleiben würde, bin ich also doch am Freitag schon um drei ausm Büro und ab nach Chile.
Super dort angekommen habne Tom und ich auf seinem Balkon im 15ten Stock erstmal die Stadt bewundert. Dann sind wir mit seiner Freundin die vor 5 Monaten aus Kolumbien zu ihm gezogen ist, zu Kollegen zu einem Asado gefahren.
War super witzig und den Ruf, dass die Chilenen ungastlich und langweilig wären kann ich nicht bestätigen. Das Asado haben wir auf dem allerkleinsten Grill, denn ich in den 10 Monaten zu Gesicht bekommen hab gemacht, aber es konnte schon mithalten mit den argentinischen:-)
Jedenfalls habe ich jetzt auch Pisco Sour probiert und weiss, dass die Chilenen genauso sing und Tanz begeistert sind wie ihre Nachbarn.

Am Samstag dann habe ich Valparaiso und Vinamar angeschaut und das erstemal in (nein!!!! das zweite Mal) in meinem Leben den Pazifik gesehen. Nach dem ich die Wassertemoeratur eindeutig für eiskalt empfunden und nicht badegeeignet befunden habe, hab ich noch einen wunderbarn Abend ganz in Ruhe am STrand verbracht bevor ich den Bus zurück nach Santiago genommen hab.

Chile ist echt ne andere Welt als Argentinien. Und das stinkt den Argentiniern auch gewaltig. Schliesslich hat der kleine ehemals arme Nachbarstaat das große Argentinien wirtschaftlich um Längen überholt und im gegensatz zu Argentinien gibt es ziemlich viel moderne Infrastruktur. Habe mich beinahe wie in Europa gefühlt.
Valparaíso hat beinahe 100jahre alte Aufzüge mit der man in der Stadt die Hügel überwinden kann. Von oben hat man einen super Blick über die Bucht.
Ausserdem gibts einen wunderschönen alten Obst- und Fischmarkt,auf dem am Samstag Nachmittag echt einiges los war.



Heute sind wir auch gleich Fischessen gegangen:-)
und haben die Stadt ein bisschen betrachtet, 2 Ausstellungen angeschaut und sind auf den Berg mit San Christo gefahren, von wo man bei gutem Wetter die ganze STadt und die umliegende gigantische Kulisse der Anden sehn kann.
Leider wars ziemlich diesig, aber ich konnte eine schneebedeckte Bergkette erahnen.
Ich glaube Santiago ist echt ein Ort an dem es sich aushalten lässt.
Wesentlich ruhiger als BSAS, perfekt zwischen Bergen und Meer gelegen, sauber und sicher und die Gehälter stimmen auch.
:-)

Bei Tom und Diana hab ich mich super wohl gefühlt, die beiden haben sich echt lieb gekümmert und mir n super schönes Wochenende bereitet.


Nun eben in BSAS angekommen, wurde ich gleich vom Taxifahrer abgezockt und zwar hat er mich beschuldigt ihm nur einen 10ner statt dem 100er gegeben zu haben.
(Ja July, nicht nur dir passiert sowas)
dummerweise hatte ich noch nen 2ten 100er in der Tasche und wer mich kennt weiß, was ich gemacht hab.
Nach 15 minuten diskussion hab ich ihm meinen andern Hunderter gegeben und ihm gesagt, er solle bitte Glücklich werden. Keine Ahnung, aber ich habs nicht geschafft auszusteigen und ihm zu sagen was für ein Hijo de Puta er ist. Irgendwie blieb mir doch der Zweifel, ob ich doch nur einen Hunderter hatte und ihm echt nen 10ner gegeben hab?
Nee sicher nicht, aber mich bringts nicht um und er wird damit auch nicht glücklich. Hätte nur lieber 100!!! pesos einem anderen Menschen gegeben.
Naja, so ist die Welt.

Und dann komme ich in meiner Wohnung an und 2 minuten später klopft es an der Tür.
Meine Nachbarn von unten erzählen dass ihnen die Decke in der Küche runtergekommen ist und morgen um halb 10 einer kommt der meine Küche aufreisst udn irgendwas repariert.
Aha....
also ab in die Küche, die tatsächlich ziemlich unter Wasser stand....
Also haben wir versucht das Wasser abzudrehn, aber keinen passenden Hahn gefunden.
ademas habe ich festegestellt, dass es NICHT von meiner tropfenden Gastherme kommt. Denn das Wasser kommt irgendwie von unten herauf. Alles Seltsam. Nachdem wir zwischenzeitlich die Gastherme ausgestellt hatten, wollte ich sie wieder einschalten damit ich warmes Wasser hab.
Gottseidank bin ich nicht gleich ins Bett, sondern im Flur am Rechner gesessen wo ich den verbrannten Geruch wahrnehmen konnte, der aus meiner Küche kam.
Die Gastherme hat dann den Plastikdrehknopf in Brand gesteckt mit dem man die Zufuhr regeln kann.
das Plastik hat schon richtig gebrannt! also schnell das Gas abgedreht, die Flammen (war ja noch nicht groß) gelöscht. Nun habe ich wohl ab jetzt kein warmes Wasser mehr und ab morgen keinen Küche.

ausserdem muss ich alles was von Wert ist morgen mit in die Arbeit nehmen, weil ich nun echt niemanden mehr traue.... siehe Taxifahrer, Handtaschenklau, Türschlossabzocke, Falschgeld und sonstigen kleineren Geschichten.
Und da ich morgen zwecks Monatsschluss nicht von der Arbeit fernbleiben kann, kommt eben irgendeine Fremde person in meine Wohnung und könnte alles seelenruhig mitnehmen.
na ich bin ja mal gespannt wie das aussieht wenn ich morgen abend von der Arbeit heim komm......

Trotzdem gehts mir bestens und ich werd dann wohl ins Bett gehn und
gucken wie ich morgen wenigstens meine Wertsachen schützen kann....
Nicht dass es am Ende meines Infojahres gemächlich und ohne weitere Fettnäpfchen von Statten geht:-)

Mei bin ich froh, dass die Liste mit den tollen Ereignissen tausendmal länger ist als die mit den Fettnäpfchen. Und was mich nicht umbringt.....:-)
Eure Corinna

Montag, 17. August 2009

Bariloche - Winter pur


soeben bin ich das vorerst letzte mal in Patagonien gewesen.
Donnerstag abend gings los nach Bariloche zum Skifahren übers lange Wochenende.
also haben meine geliebten Dynafit-Schuhe doch nochmal Verwendung gefunden.
In Bariloche gelandet wurden wir von Gustavo und seiner Frau abgeholt und zu unserer superschönen Cabana mitten im Wald am Lago Guiterrez gebracht. Und was für eine Gefühl endlich mal wirkliche Winterluft zu atmen! hat richtig nach Schnee gerochen und nach 10 min hats auch angefangen zu schneien. Und zwar so heftig, dass am nächsten morgen 100cm Neuschnee in den Bergen lag.
Der Wahnsinn!!
Wir haben die 3 Tage voll ausgenutzt und das Skigebiet am Cerro Catedral ausprobiert.
Leider waren auf Grund des starken Windes und der Wahnsinns Schneefälle nur 2 Lifte an den ersten beiden Tagen offen, aber gestern konnten wir dann endlich die höheren Pisten geniessen. Egal, weil Spass hats die ganze Zeit gemacht!
Habe mir am Sonntag n Freestyle board geliehen und bin somit das erste mal Softboots gefahren. Nach den ersten wackligen Metern gings ganz gut.
O-Ton von Basti "Man sieht dass du raceboarderin bist"

Das verdrehte Gefühl im August Skifahren zu gehn, hat sich spätestens beim Apreski in der Bar von 2 Österreichern bei Glühwein und Apfelstrudel gelegt.
Generell wars ein geniales Wochenende, wie ichs mir nur wünschen konnte.

Ein Traumblick hat man von oben auf die um liegenden Seen und verschneiten Berge!
Also zumindest wenn die Sonne mal fuer 2 Minuten scheint. Das Wetter wechselt wirklich innerhalb einer halben Stunde von Schneesturm, zu Sonnenschein, zu Nebel, zu kleinem Nieselschnee und zurück.
auch sonst gibts ganz schöne Unterschiede zum Skifahren in den Alpen.
Mir kams ein bisschen vor wie in einem Skigebiet vor 30 Jahren, mit uralten Liften, deren Motoren ohne Verkleidung offen herumstanden und ganz schöne Dieselwolken ausgespuckt haben.
Auch keine Seltenheit, dass die Lifte stehenbleiben, wegen technischer Probleme und wenn nicht, schleichen sie verglichen mit den Österreichischen Topanlagen, die Berge hoch:-)
Wir haben uns sm ersten Tag gleich am einzigen 6er Sessel angestellt, im Glauben dass der ja modern und schnell wäre. Ja moderner schon, aber da nur alle 100 m ein 6ersessel dranhing, gings mit den alten klappernden 2ersesseln wesentlich schneller.
Die Skihütten sind auch nicht wirklich zu verlgeichen mit den uns bekannten. Aber mit ihren einfach Glasscheiben und den kleinen Gasstöfchen wirds halt einfach nich richt warm drinnen. Tapfer wie diese kleinen Hütten den patagonischen Stürmen trotzen. In einer wars so kalt, dass wir unseren Atem sehen konnten. Aber s ist eigentlich schnurz egal wie die Hütten sind, schliesslich sind wir zum fahren da!
In all dem Chaos und Improvisation, wurden wir ziemlich überrascht, als Basti einen Strafzettel im Skigebiet bekommen hat, weil er sein Board irgendwie falsch hingelegt hatte!
Das ist schon lustig in einem Land in dem sich keiner anschnallt und nachts ohne Licht gefahren wird und wir zu siebt in einem mini Jeep für 4-5 Personen zum Liftgefahren werden.

Heute haben wir noch 2 spektakuläre Schneemänner im Garten unserer Cabana gebaut und sind nach einem wunderschönen Spaziergang, wieder in den Flieger nach Buenos Aires gestiegen.
Ein kurzer Ausflug, der für die July auch ihre Abschiedsreise gewesen ist, da sie heute in einer Woche bei hoffentlich schönem Wetter in Bayern mit ihrer Familie beim grillen sitzt.

Mir bleiben auch nur noch dreieinhalb Wochen und ich frage mich jetzt schon, wo die ganze Zeit geblieben ist!

Bis bald!
Eure Corinna

Ach ja, zur Feier des Tages gibts mal wieder ein neues Fotoalbum links bei den links!

Donnerstag, 6. August 2009

Wenn sich der Winter wie Frühling anfühlt...



...dann spaziere ich in Buenos Aires in der lauen Sonne und setze mich mit meinem Buch auf die Stufen an einem Platz. Auf dem ich meine Nase in die warme Sonne strecke und die Zeit verrinnen lasse.

...dann lässt das weiche Winterlicht in den von alten Bäumen gesäumten Strassen dieser Stadt die zerbeulten Autos, die kaputten Gesteige und die ein bisschen heruntergekommenen Altbauten besonders schön erscheinen.

...dann ist die vielbesagte Melancholie dieser Metropole von Einwanderern aus der alten Welt, scheint mir an einem solchen Nachmittag beinahe greifbar.

...dann sind die Strassencafés voll von älteren herausgeutzten Damen mit ihren ebenfalls herausgeputzen Pudeln, die Tratsch unbd Klatsch bei einem Jarrito Café con Crema und einer Torta austauschen.

Angsichts der vertrauten Jugenstilfassaden fühlt man sich hier gleich ein bisschen zuhause, aber die Menschen, die typischen Kioskos, Chinos und Eckrestaurants, die riesigen Wohntempel, die lauten Collectivos und uralten Taxis und der in der Luft liegende Parillageruch sind unverkennbar mit dieser wunderschönen Stadt und Lateinamerika verbunden.

An jeder Ecke ein Café, ein Blumenstand, eine Eisdiele oder Zeitungsstand.
Tausende Schönheitssalons, Depilationsstudios, unglaublich viele Klammotten- und Schuhgeschäfte, lassen schon erahnen warum es heisst in Buenos Aires wären die Frauen mit die schönsten der Welt. (July und ich sind allerdings beide der Meinung, dass sich das nicht auf die Männer ausgewirkt hat;-))


In keiner anderen Stadt wurde mir soviel Landeskultur im Taxi nahegebracht wie hier.

Ein knapp 80jähriger Fahrer, der mir um 6uhr morgens auf seinem Handy ein abfotografiertes Foto seiner Hochzeit 1956 zeigt und erklärt, dass seine Frau die schönste der Welt sei (ausgewanderte Italienerin), deren Alter man ihr heute immernoch nicht ansehen würde.
Ein anderer Fahrer, fing an mir zwischen den alten Tangoklassikern aus seinem Radio plötzlich über die Seele und die Leidenschaft beim Tangotanzen zu erzählen. "Wenn man nicht angefasst werden will - dann ist das nicht der richtige Tanz! es bedeutet nichts, aber die Nähe und der Kontakt von Mann und Frau - das Verlangen und die Melancholie der Welt - das alles kann man nur spüren wenn man Tango tanzt."
Aaaha, so ist das also. Ich muss dazu sagen ich habs stäflicher weise ausgelassen das Tangotanzen.. Aber wenn man sichs ansieht, gehts tatsächlich nicht ohne Anfassen;-)


Wieder ein anderer erklärte er hatte bis zur Krise 2001 als Ingenieur in einem grossen Unternehmen gearbeitet und nun muss er Taxifahren um seine Familie zu ernähren. Aber er hat einen guten Chef und ist glücklich, dass der ihm so ein neuwertiges Taxi vermietet.
Und Taxis würden immer gebraucht, auch in Krisenzeiten.

Und alle Fragen einen: Woher kommst Du? Alemania!! oh! Gefällt die Buenos Aires? Ja? und die Männer??? Heirate doch hier und bleib.

Nur einer meinte: Was, du kommst aus Deutschland? Und was machst du dann hier? bist du verrückt und gibst all das auf um hier zu arbeiten? tauschen wir! ich geh nach Deutschland und du bleibst hier.

Darüberhinaus habe ich schon Diskussionen über Bildung, Kultur, Reisen, Politik und weis der Kuckuck nicht was noch alles im Taxi geführt.
also wer eine Auskuft über die Stadt will, setze sich einfach in eines der tausenden schwarz-gelben Rostlauben und beginne das Gespräch mit einem Lächeln und den Worten "Buenas tardes! como estas?" Je älter der Fahrer und kaputter das Taxi, um so besser die Gespräche:-)

heute habe ich einen Brief mit ein paar Fotos nach Deutschland geschickt.
bei DHL wollten sie 109USD!!! für die Zustellung! und bei correo argentino, der normalen Post nur 28 pesos. + 40 centavos für den Umschlag. Das ist nur ein Beispiel für ein paar Dinge die mir hier immernoch Rästel aufgeben. (Was für abartige preisunterschiede: wohlgemerkt 28 pesos sind nur 7 USD)

Zum Beispiel die unglaubliche Geduld, mit denen sich für allesmögliche in die Schlange gestellt wird. Egal ob morgens an der Bank, oder abens an der Bushaltestelle. Manchmal einfach an einer Strassenecke, ohne erkennbaren Grund, warum sich eine Schlange von 30 Menschen lohnt...
Im Supermarkt eine Wartezeit von 25 min, obwohl nur 3 Leute vor einem stehn.

Warum das so lange dauert? Weil die Kassiererin ein Müsliriegel isst, oder erst den Kleingeld bestand auffüllen muss, oder mit dem Pass und der EC Karte des Kunden an eine andre Stelle zum bezahlen rennen muss...Oder sie schlicht und einfach im Schneckentempo die Dinge in unzählige kleine Plastiktüten verpackt.

Die Angwohnheit auch wildfremden Menschen seinen Mate anzubieten, andererseits dem Nachbarn übers Ohr zu haun, indem man ihm seinen bekannten als Handwerker vermittelt, um dabei eine kleine Provision zu erhalten.

Der eigenen Regierung keinen Meter über den Weg zu trauen und das in unglaublich vielen und lautstarken Demonstrationen kundzutun, auf die man aber nicht selber geht, sondern sich einer speziellen Berufsgruppe bedient.
Die malen die Transparente und gehen für das auf die Strasse, wofür sie an dem Tag bezahlt werden.

Das alles gehört aber zu der Lebensweise und dem Charakter dieses Landes und machen Argentinien und seine Hauptstadt zu einem ausgesprochen tollen Ort der immer eine Reise wert sein wird.

Das ganze Land hat so viel zu bieten, dass ich selbst nach der ganzen Zeit immer noch nicht alles sehen konnte.
Bleibt auf zumindestens eine Rückkehr nach Patagonien um die Vuelta übers patagonische Inlandeis zu machen. Und auf diesem Wege natürlich auch Buenos Aires der Schönen einen Besuch abzustatten.

Noch bin ich genau 5 Wochen hier und über jeden Tag froh den ich hier verbringen darf!

oléoléolá cada día te quiero más!!!

en este sentido, un gran abrazo desde aca!
eure Corinna


Donnerstag, 30. Juli 2009

definitivo un buen día

nun ist es schon halb eins und ich habe soeben die Küche nach einem wunderbaren und sehr witzigen Abend mit Mira und July aufgräumt.
Nachdem auch Mira ihr Squeezy diät erfolgreich beendet hat und ich vergangenes Wochenende im Barrio Chino endlich rote currypaste, kokosmilch und zitronengras bekommen habe, gabs den lang ersehnten Mädelsabend.

schon der Tag hatte spektakulär begonnen mit dem morgendlichen joggen im Bosque de Palermo mit July. Im Büruo angekommen wartete ein frischer heisser Milchkaffee vom Starbucks auf meinem Schreibtisch. Ein Traum!
Solche Freunde braucht man echt!!!! (muchisimas gracias July!)
so kanns losgehen.

am nachmittag gab es dann im Siemens Hauptgebäude am Plaza de Mayo Feueralarm. Aber keine Übung!
Nein tatsächlich hatte in der Belüftungsanlage im Gebäude irgendetwas angefangen zu brennen und durch die Aircondition hats den ganzen greisligen Rauch in alle Etagen verteilt.
Sehr efektiv.
Wir waren gerade in einem Meeting mit einem Kunden als es hiess: "todos tienen que salir inmediatamente!" alles müssen sofort das Gebäude verlassen!
also durchs treppenhaus nach unten. im 2ten stock bin ich dann schnell an meinen tisch, habe meine jacke und meine Tasche geholt, schliesslich ist Winter!!!
Dort war schon ziemlich dichter Rauch und Gestank nach verscmortem und verbranntem.
Ein Kollege sass trotzdem noch an seinem Tisch am Notebook.
Nach meiner Aufforderung doch auch mit rauszukommen hat er sich dann doch vom Bildschirm gelöst.
Jedenfalls stand kurz darauf die gesamte Siemens Belegschaft auf der Diagonal Sur bei einsetzendem Berufsverkehr.
Feuerwehr kam keine, anstatt dessen aber Polizei.
Egal Blaulicht haben die ja auch;-)
Das Feuer in der Heizung oder Belüftung wurde dann von den Hausmeistern gelöscht.
Mittags erst standen alle Feuerlöscher im Erdgeschoss an der Pforte da sie von der Inspektion zurückkamen. Das nenne ich Schicksal!

Die Pause haben wir natürlich mit den Kollegen bei einem leckeren Kaffee genutzt und alls wir zurück ins Büro kamen, musst erst mal ein Putztrupp durchkommen, da die Tische mit dem STaub aus den Feuerlöschern verschmutzt waren.

Also nicht nur Schweinegrippen bedingte Desinfektionsaktionen jeden Tag,sondern nun auch Feuerlöscherstaub entfernungs putztrupps.
Immerhin hatte ich heute wieder licht an meinem Tisch. Morgen geht die Heizung nicht, wie schon in den letzten Tagen des öfteren. Das heisst war anziehen. bei 3 Grad aussen und Null Isolierung der Fenster und Wände.

nichts destotrotz haben Mira, July und ich dann den Feierabend bei 2 Flaschen Weisswein und einem leckeren Thaicurry in meiner Wohnung verbracht und sind kaum aus dem lachen herausgekommen.



oh mann, schade dass die Zeit so schnell vorbei geht, es gibt eigentlich noch viel zu viel zu sehen.



Und gerade jetzt fangen meine Kollegen an mit mir auszugehn. Tja 8 Monate hats gedauert, und nun wirds noch richtig nett mit ihnen:-) Afterwork, bierchen, asado am WOchenende...
Also werde ich einfach die letzten 6 Wochen in vollen Zügen geniessen.

ich drück euch fest und freu mich natuerlich riesig auf Euch!

eure Corinna


Dienstag, 7. Juli 2009

como se vive la vida cotidiana



nun ists Winter in Buenos Aires,
und tatsächlich gabs schon ein paar Tage die ich in diese Jahreszeit hätte schieben können.
morgens Sonnenschein, 3 Grad in Buenos Aires am Plaza Italia. Da sind wir schonmal mir Mütze und Handschuhe raus. Ja, schon ziemlich verweichlicht sind wir, aber im Vergleich zu den Argentiniern immernoch recht widerstandsfähig.
Allerdings haben sich diese Versuche des Winters sich auch als solchen darzustellen wieder gelegt. wir hatten zwischendurch wieder 16 grad.

sonst gibt es momentan nicht so viele news hier, habe keine grossen Reisen gemacht. also echt Alltagsleben in einer 11 MIO Stadt.
Naja, ok ein paar news gibts schon, ich war ja daheim. ach das war schön!
erstmal am Frankfurter Flughafen gelandet, haben July und ich festgestellt: "Boa, merkst du auch wie leise es hier ist?" bis vor einem Jahr hätte ich den Frankfurter Flughafen nicht unbedingt als einen ruhigen Ort eingestuft...
beim Landeanflug auf München haben wir ganz hektisch über fünf Reihen hinweg den Wendelstein und die Isar begrüßt. die ordentlich bestellten Felder, alles so klein und wie gemalt. nun verstehe ich was mein argentinischer Chef damit meint. "In Deutschland ist alles wie gemalt" und sogar bei den Zügen, Ubahnen und so weiter benutzen merhere Linien die gleichen Gleise.
mhh da hat er recht. Und stimmt, in Buenos Aires gibt es zwar 5 Ubahnlinien, aber die haben so gut wie keine Schnittstellen und fahren auch alle auf unterschiedlichen Gleisen. Das wär mir so gar nicht aufgefallen. Aber ist vielleicht auch so ganz gut, denn in die Taktplanung würde ich so nicht direkt vertrauen.

Aber gut ich wollte von den News aus meiner Bewerbungswoche in Deutschland berichten.
Ab dem ersten Oktober bin ich in Erlangen.
ja richtig gelesen. Erlangen.
heisst aber auch ist viel näher an München und den Bergen und Euch! als Buenos Aires und heisst auch billigere Mieten als in München und somit Geld für n Auto.
und der Frankenjura ist um die Ecke:-)
da kann ich meine verweichlichten Unterarme ja wieder aufmöbeln.
Die haben in Thalkirchen nämlich schon in der 5ten route in ner entspannten 5+ aufgemacht.


Natürlich musste ich in die Berge und hab mitm Roman unsere Stammradeltour am Sonnwendjoch gemacht. Und wie ich mich gefreut hab. Wir wohnen in so nem schönen Land!:-)

Ok zurück hier in BSAS haben July , die 4 Wochen vor mir schon abhaut - und ich uns in 2 Schwämme verwandelt die versuchen alles aufzusaugen an Eindrücken und Erlebnissen dies gibt.
Ok manchmal sind wir grade ein bisschen faul, aber dann gehn wir wenigsten durch neue Viertel spazieren.
Wenn ihr nun denkt wir machen ja echt alles zusammen, habt ihr momentan gar nicht so unrecht.
um 6Uhr morgens im Park laufen, dann arbeiten, mittagspause zusammen, abends evtl ins Kino oder zum Sport oder Kochen und ratschen auf ein Bier...
Dann hatte die July geburstag den wir neben der Tangoshow, die wir auch nach gut 7 monaten endlich mal besucht haben mit ner super Feier in ihrer Wohnung begossen haben. mit Empanadas, Schokokuchen, Fernet , Gancia, Vino, Cerveza...


Und dieses Wochenende fahren wir ans Meer. Do und Fr haben wir frei - mieten uns ein Auto und abgehts an die verlassenen Strände.
Alex unser Mann im Bunde bleibt diesmal daheim, weil wir ne Diät machen und er bestimmt keine Lust hat 3 Tage mit ständig übers Essen sprechenden Mädels durch die Gegend zu wandern. Er dreht schon langsam durch wenn wir ihm wieder von refeed day oder sonstigem Ernährungsthemen erzählen.

Dann ist unser Skiwochenende im August schon mitten in Planung, die Flüge sind gebucht, der Urlaub zwar noch nicht genehmigt, aber das wird schon;-)


damit dieser Blogeintrag nicht so ganz ohne Spannung bleibt hier mal ne Hitlist der top typischen dinge:
ich werde vermissen:
- dass sich auch fremde Leute einfach so anlächeln.
- dass man sich einfach öfter mal sagt, "das ist aber nett von dir!"
- die "das das tüddelt man hier noch 3mal mit draht rum und dann geht das doch noch wunderbar"- mentalität
- dass einem niemand böse ist, wenn man trotz Zusage einfach nicht kommt.
- dass die Sonne so gut wie immer scheint!
- dass der Wechelkurs so verdammt günstig ist!
- das Steak
- Mate
- tranqui Cori, mach dir kein Stress!
- die Weite des Horizonts
- den langen Sommer
- spanisch!
- meine Freunde/ einige Kollegen hier
- mein kunterbuntes Zuhause
- Patagonien und der Norden Argentiniens
- die Feriados mit allerlei Krimskrams zum entdecken und stöbern, mit Gauchospielen, Grillstationen, und der coolsten Carrerabahn der Stadt.
- Fernet mit Cola
- Die Einladung zum Asado draussem im Winter
- meine Mittagspausen im Starbucks mit July "Jogur y un cafe latte grande"

die ich NICHT vermissen werde:
- den morgendlichen Viehtransport in der Ubahn
- in Besprechnungen wiedermal die Hälfte nicht mitbekommen, weil mein spanisch immernoch nicht reicht
- den portero aus meinem nachbarhaus, der mir erklärt, dass es ja klar ist dass das Pedal vom meinem Rad immer abfällt, weil wenn ich da mit meinem Gewicht losfahre....(danke - ich weiss schon wo meine komplexe und mein neuer diätwahn herkommen)
- dass ich immer einen Kopf größer bin (heute wieder "Cori, sos gigante!" - was ein Kompliment;-))
- Kakerlaken in der Wohnung
- meinen flackernden Bildschirm, an meinem klitzekleinen Schreibtisch und meinen quietschenden Stuhl
- dass die Leute nicht kommen auch wenn sie zugesagt haben;-) (egal privat geschäftlich)
- die "das tüddelt man hier noch 3mal mit Draht rum und dann geht das doch noch wunderbar"- Mentalität
- meine Geldscheine immer gleich auf Echtheit zu überprüfen
- "ist ganz nah, nur 400km von der Stadt weg"
- den Lärm und Smog und Feinstaub

diese beiden Listen könnte ich glaube ich noch unendlich weiter führen. Trotzdem schlägt mein Herz für daheim!
und für Euch!
Auch wenn mit Sicherheit ein Stück meines Herzens blauweiss gestreift mit der argentinischen gelben Sonne gefärbt bleiben wird.
Das ist auch gut so, und nun geniesse ich erstmal die letzten 2 Monate!

Mittwoch, 10. Juni 2009

Minga die erste 2009

ja ihr lest richtig!
heute abend fliegen die Juli und ich nach Hause! Bewerbungsreise und natuerlich Freunde und Familie wieder sehn!

leider keine Zeit für längere geschichten, muss nun zuende packen!
beso bis bald:_)
Cori

Dienstag, 2. Juni 2009

Ehreneintrag Jasper und Fabi - die Kiefernstrasse rockt!


Ja meine beiden andern großen Brüder aus der Waldkolonie-Kieferstrassen connection warn hier!
Völlig urlaubsreif wurden sie erstmal mit Bife de Lomo aufgepeppelt und dann nach einigen Tagen Erholung in den Norden geschickt. Einen völlig ausreichenden!!;-) VW Gol gemietet und einfach in die argentinische Pampa geschickt. Sollten ja auch was erleben die beiden.
Was ich nicht wusste, die STrecke die ich Ihnen herausgesucht hatte (einfach kurz auf der Karte in einer abendlichen Planung daheim) beionhaltete einen kleineren Andenpass über knapp 5ooom über dem Meeresspiegel. Auf dem Schild hier im Bild steht die Meereshöhe von 4895m!!
Da ist sogar das Aussteigen aus dem Auto schon antrengend!
Anscheinend habe ich einige Flüche auf mein Konto genommen, als der eine halb tod, und der andre auch nicht gerade top fit nach einem laaaangen Auto Tag endlich den Pass überwunden hatten und in Cachi ankamen. Zwischendurch haben die beiden tatsächlich gedacht ich wollte sie einfach im Nordwesten des Landes verschwinden lassen. So einsam und unwegsam hatte ich ihre Route ausgesucht.

Zu guter Letzt hatten die beiden Helden aber doch ein paar super Tage und kamen glücklich und wohlbehalten zurück nach BSAS. Wir hatten noch einen wunderschönen Abschlussabend zusammen, bevor ich sie schon wieder abgeben musste.

Fühlt Euch gedrückt ihr Helden der Wildniss und Bergbezwinger!

Eure Corinna

nun folgen die Bilder aus Tandil !

Der Regen ist hier gar nicht zu sehn fragt ihr euch? ein langes Wochenende und die Ausbeute sind ganze 20 Fotos? Da war wohl echt mieses Wetter!!! einfach zu schlecht zu fotografieren!


tja wenns draussen gewittert und stürmt, ists drin noch schee!
Und besonders mit dem warmen schlafsack den sich July gottseidank nach der Peru erfahrung von Markus geliegen hatte! klar diesmal hätte ich dich nicht mehr in geistiger Umnachtung frieren lassen, während ich meinen Schlafsack vor Hitze aufmachen musste!! :-) que mala amiga estaba en Perú!!!!!!!!!!! disculpe July!


In der abendlichen Regenpause gabs dann selbstgebrauten Glühwein den wir sogar vor der süßen, gierigen Katze verteidigen mussten!
Den hat auch Patricio unser einziger Mann in der Runde genossen, da er sich allein im Zelt beim Gweitter warmhalten musste-der Arme war doch eigentlich mit 4 Mädels unterwegs! ;-)



Gibts denn kein Glühwein mehr?

Montag, 25. Mai 2009

Ausrüstungstest extreme!!!

okok, der text ist schon lag fertig, aber mir fehlen die fotos. die hat nämlich die July und daher hatte ich ihn noch nicht online gestellt..

aber auf das Bitten besonders treuer blogleser:-)hier unser letztes langes Wochenende in TANDIL!

das lange Wochenende dank des Nationalfeiertags am 25ten Mai, konnten wir natürlich nicht in Buenos Aires verbringen. Also haben wir das nächst gelegene Klettergebiet in der Sierra de Tandil anvisiert, ein paar Freunde eingepackt, ein Auto gemietet und sind dann den Katzensprung der 400km Landstrasse gen Süden gefahren.

Am Morgen hatte in Buenos Aires noch die Sonne geschienen und es versprach ein wunderbarer Herbsttag mit über 20 Grad zu werden. Der Wetterbericht für Tandil hiess leicht bedeckt, teils sonnig, 12-20 Grad. Wunderbar!
Also starteten wir am Samstag und fanden dort angekommen auch einen wunderbaren Campingplatz, wo wir abends unsere Nudeln gekocht haben. Damit wir dann viel vom nächsten Tag haben, sind wir schon relativ früh in unsere Zelte geschlüpft.

Tja, schon in der Nacht ging ein dermassen heftiges Gewitter los, mit Blitz, Donner Regengüssen, dass ich echt Sorge hatte ob unser Zelt das aushält. Morgens also blieben wir doch n bisschen länger liegen in der HOffnung der Regen höre schon bald mal auf. Ans klettern war ja so auch nicht zu denken. Aber irgendwann hat jeden die Blase oder der Hunger aus dem Zelt getrieben und wir haben dann im Auto Wasser auf dem Gaskocher für Kaffee und Mate heissgemacht und erstmal gefrühstückt.

Wirklich viel zu bieten hat die Stadt Tandil jetzt nicht.
Ein historisches Museum, das geschlossen hatte,
einen Marktplatz wie es in jeder argentinischen Stadt einen gibt und
eine feria artesanal - also einen Markt mit handgemachten Krimskrams. Die gibts auch in jeder Stadt.

Nach einem faulen und extrem verregneten Tag gab es abends doch nochmal ne Regenpause.
Die haben wir glatt für einenn Spaziergang genutzt und haben anschliessend vor lauter Verdruss, Kälte und Regenwetter auf dem Kocher mit den übrigen Orangen, Zucker und Rotwein eine kleine Glühweinparty veranstaltet.
Man muss sich nur zu helfen wissen;-)

So haben wir auch wieder Mut und Hoffnung geschöpft, dass doch wenigstens der 2te Tag sicher gut wird und wir vormittags ein bisschen wandern können und am Nachmittag etwas klettern können, wenn die Felsen halbwegs troken sind.
Nur leider hat die zweite Nacht und ein noch viel heftigeres Gewitter beschert.
OK, es geht also NOCH krasser.
Juli hat zwischenzeitlich sogar ihr Handy ausgeschaltet, um jeden Verdacht auszuschalten, dass Blitze bei uns im Zelt einschlagen. (Man weiss ja nie was alles einen Blitz anziehen könnte:-) )
Also lagen wir in unseren Schlafsäcken, lauschten dem Prasseln der Tropfen, dem Donner und zählten die Sekunden zwischen Donner und Blitz.
Immer mal wieder hab ich mich versichert, dass nicht schon irgenwo Wasser eindringt oder wir mitten in einem See zelten.

soweit so gut, am morgen half es ja nix. Wir sind aufgestanden haben soweit zusammengepackt und sind zum frühstücken in eine nahe Teestube gegangen, die die beiden Mädels am Tag vorher entdeckt hatten.
Immerhin was warmes zu trinken, einen Apfelstrudel!! zu essen und vor allem im trockenen sitzen, bevor wir uns wieder auf den Heimwweg gemacht haben. Der führte uns übrigens an riesigen überschwemmten Weideflächen vorbei, auf denen sich die Rinderherden Argentiniens nun nasse Füsse holen.

Also dieses Wochenende ist wohl rundum ins Wasser gefallen. Spass hatten wir trotzdem und immerhin weiss ich nun, dass mein Zelt auch wenns nicht optimal aufgebaut war, so ziemlich jedem Regen und Sturm standhält.

Und!! dass die argentinischen Wetterberichte keinen Deut besser sind, als die deutschen.

noch 2einhalb Wochen, dann sitze ich im Flieger nach Hause!
ich freu mich schon so auf Euch und hab natuerlich schon wieder viel zu viele Pläne geschmiedet für die wenigen Tage:-)

eure Corinna

Mittwoch, 6. Mai 2009

Wochenendtrip nach Mendoza


letzes Wochenende war dank 1.Mai, dem "día del trabajador" auch hier in Argentinien frei und so haben wir vor Chris Heimreise nochmal die BsAs Clique versammelt und sind zusammen weggefahren.
Eigentlich hätten wir auch schon am Donnerstag Mittag fahren können, da durch die 1te Mai Demonstrationen, die schon am 30ten Mai in der buenos airer Innenstadt beginnen, alle um 12 Uhr aus der Arbeit nach hause sind.
Die Innenstadt wurde von den Demonstranten nämlich grossräumig abgesperrt und das Geschäftsleben im Zentrum somit lahmgelegt. So zeigen die Gewerkschaften ihre Macht.

Da die July auf Ihrem Blog so nen schönen Beitrag geschrieben hat, schnorre ich nun und schicke Euch weiter. Blogtourismus sozusagen. Hier gehts lang: Navigationsliste links > "Julchen va a Argentina". Da habt ihr alles ganz wunderbar, sogar mit Bildern.

muchas gracias July;-)

am Samstag kommen Jasper und Fabi her und somit habe ich wieder die Kiefernstrassen connection beisammen.
i gfrei mi scho auf Eich!

Eure Corinna

Sonntag, 26. April 2009

was zum lachen - la chica con la bicicleta!

nun bin ich bei Siemens Buenos Aires jedenfalls bekannt.

Nachdem ich es nicht in Haus nehmen darf sperre ich es vor der Tür an eine Bushaltestelle. Den letzen Abend als Roman und Miri noch da waren habe ich mich schon um 5 aus dem Büro gestohlen. damit wir noch mehr Zeit zusammen haben.
Also Ipod - Peter Fox, Jeans aufgekrempelt und das schloss aufgesperrt.
Tja losfahren konnte ich so aber nciht, weil der andere Fahrradfahrer aus Buenos Aires (es gibt echt nicht so arg viele oim Zentrum) hat sich die gleiche Bushaltestelle ausgesucht und mit seinem Bügelschloss sein Radl an den Stempen und mein Fahrrad gleich mit abgesperrt.

Sehr geil. Also habe ich den Kioskbesitzer und die Siemens Security Typen gefragt, ob sie zufällig wissen von wem das Radl sein könnte und ob der zufällig auch bei Siemens ist.
Die fanden das ja unerhört und sind gleich davon ausgegangen, dass das ein gemeiner Dieb sein muss, der dann nachts zurückkommt, wenn niemand mehr im Zentrum unterwegs ist und mein Radl klaut, dass ich ja wohl oder übel stehn lassen müsste...
Also haben sie nicht gezögert und sind dem Schloss mit Brechstange und Säge zu Leibe gerückt. Mitten auf der Strasse.
OK, das hätte ich mich jetzt nicht getraut!
Hat aber nix gebracht ausser ne Menge Schaulustige:-)
Kurz bevor dann der herbeigerufene Besitzer eines Bolzenschneiders eintraf, kam der peinlich berührte Radlbesitzer aus dem Siemensgebäude.
Nach dem ich an dem gleichen Abend um 21 Uhr nochmal vor der Tür stand und den Nachtwächter rausgeklingelt habe, wei ich meinen Geldbeutel an meinem Schreibtisch liegen lassen hab, bin ich nun im ganzen Haus bekannt.
Nun werde ich jeden Tag von allen extra begrüßt "Hola Cori, como andas? donde esta tu bicicleta?" o "la chica non la bicicleta?"

schönes Leben, schöne Welt!

die Hälfte der 10 Monate ist schon rum. das ging schon ganz schön flott... noch 4einhalb Monate, dann bin schon wieder da. Wahnsinn.
genießt den Frühling daheim!

Viaje en auto


am 4ten April hab ich mich mal wieder auf zum grossen Flughafen nach Ezeiza aufgemacht. Ehrenbesuch stand an: Chrisl, Roman und Miri sind mit einem abenteuerlichen Alitaliaflug endlich in Südamerika bei mir!

Was für ein Tag! nachdem Kaj, Danni und Rene weg waren, hatte ich ein kleines Zwischentief und die Ankunft der 3 natürlich um so sehnlicher erwartet.
Da der Chrisl der fleissigste aller Studenten ist, und in der 2ten Osterwoche schon wieder in München wegen einem Seminar sein musste, hat er es trotzdem nicht gescheut und ist sogar für nur eine Woche den weiten Weg hergekommen.
Dementsprechend haben wir gleich am Samstag und Sonntag die Stadt angeschaut, San Telmo, Zentrum, Cementerio de Recoleta (der die beiden Jungs total fasziniert hat?!?)und unser Zeug gleich wieder eingepackt. Sonntag abend gings nämlich mitm Bus nach Salta in den Norden. Mit der Reise wurden die 3 gleich in Argentinien eingeführt. erst der wuselige Retiro-Busbahnhof mit über 70 "Gleisen", dann die erstaunlich comfortablen Busse, der uns zum Auftakt zu unserer ohnehin 20stündigen Fahrt nochmal 3 zusätzliche h in Buenso Aires im Kreis gefahren hat. So ist das eben. Zeit spielt aber doch eh keine Rolle;-)

In Salta angekommen, haben wir unsere Reservierung eines VW Crossfox dann angesichts der Menge an Gepäck in einen Toyota Hilux Pickup getauscht. Eine weise Entscheidung wie sich bei einigen Flussdurchquerungen herausgestellen sollte.
Schon der erste Tag hatte viele Eindrücke für uns bereit.
Die Quebrada de Humahuaca, einer 150km langen Schlucht in den 7farbigen Bergen der Provinz Jujuy, für Miri und mich ein Einkaufsbummel im Ort Humahuaca, der Roman und Chrisl glaube ich ein paar ihrer Nerven gekostet hat. Aber es gab eben so viel Schnickschnack, Schmuck, kleine weiche Lamas, Panflöten undundundund anzugucken.
Selbstverständlich kann mit mir ein Urlaub nicht ohne eine ordentliche Schneiderfahrt beginnen:
So hatten wir vor, die Rute 9 bis fast an die Grenze nach Bolivien zufahren und dann auf die Ruta 40 runter in die Grandes Salinas vorbei an einer Mine, "el agilar". so wars in der Karte eingezeichnet.
Denkste. In "tres cruzes", was definitv nur eine Kreuzung mit einem Schlagbaum und einer Kontrollhäusl ist, steige ich aus und gehe zu den beiden Beamten ins Häuschen. Daussen giesst es in Strömen. Die beiden fragen mich nach dem Grund unserer Reise, bzw Durchreise gefragt werde. Auf meine Antwort, dass wir als Touristen unterwegs seien, ernte ich etwas verwunderte Blicke der beiden Beamten, werde aber um Ausweise, Führerschein..etc gebeten.
Ich frage sie dann noch ob man die Strasse bei dem Wetter fahren kann bis in die Salinen hinein.
hmmm. Bis in die Salinen? Da gibt es gar keine Strasse. Also hole ich die Karte ausm Auto, zeige die eingezeichnete Strasse und versichere dass wir an der richtigen Kreuzung stehn (es gibt jetzt auch nicht so unglaublich viele Strassenkreuzungen dort). Tja sagen die beiden, die Strasse, ach ja, die sei in vielen Karten eingezeichnet, aber in Wirklichkeit gehts nur bis zur Mine.
Alles klar... Darum auch der verwunderte Blick, dass wir als Touristen die 60 km Piste fahren wollen um an einer Mine anzukommen.

Wir haben dann bei Puamarca einen sehr schönen Fleck zum zelten gefunden und erstmal königlich gekocht, Wein getrunken, sterne gegukt und geratscht.
Bis wir Besuch von einer netten Dame aus der nahen Siedlung bekommen haben die uns leider nicht haben campieren lassen. also wieder alles abbauen um kurz vor Mitternacht und n Hostel in Pumamarca suchen gehn...

Die folgenden Tage haben wir ein Fotoshoot auf der weissen Ebene der Grandes Salinas auf 3500 m gemacht, die Ruta 40 bis Cafayate mit unserem Pickup erobert. Durch rote Flüsse und hohe Berge, tiefe Täler, irre Mondlandschaften und die unglaubliche Weite des argentinischen Nordens.
Den Chrisl haben wir ja leider am Karfreitag dann in Tucumán wieder in den Bus nach Buenos Aires setzen müssen und haben dann nochmal 2 Tage in Cafayate mit Reiten und Zelten verbracht.
Perfekt.
Natürlich hätte ich jetzt noch sooo viel mehr zu erzählen, aber das ist ehier ja schliesslich kein Roman...
Montag morgens gings dann direkt vom Bus unter die Dusche und ab ins Büro. Ist nämlich kein Feiertag hier am Ostermontag:-(
Roman und Miri sind dann die zweite Woche bei mir in Bsas geblieben und so hatte ich die beiden noch ein paar Abende zum Steakessen, Wein trinken, ratschen und in den Arm nehmen hier. Ausserdem haben sie zumindest ein paar meiner Freunde kennengelernt:-)

Nach einem Abschlussabend in Palermosbars hab ich die beiden wieder nach Ezeiza gebracht.

Schön dass ihr alle da wart!!!!!!!!!!!
Damit hab ich nun meine ganze Familie hier gehabt. Was für ein Glück! Ihr seid die besten!

Die Andenüberquerung...


....ja leider nicht meine. Aber Kaj kam mit Danni und Rene aus Chile von Antofagasta über den Paso Jama nach Salta geradelt. Ich habe die 3 dann in Buenos Aires am nationalen Flughafen abgeholt.
Ein Bild für die Götter. 3 topfitte Radler mit ungefähr 17 Ortlieb Taschen, und 3 in riesigen Kartons verpackten Edelrädern. Die haben wir dann erstmal nach Hause geschoben, da ich kein Leihradl bekommen habe am Sonntag und es keine Taxis gibt in die man mal eben 2-3 Radl reinbekommt.

Die 3 sind dann von Sonntag bis Donnerstag hiergeblieben, haben mir mit meinen ersten Radlausflug nach San Isidro gemacht, ich auf Renes neuem Rad:-) und er dafür beim Kaj auf der Mittelstange. 1h Fahrt und davon die über die Hälfte auf der Avenida Libertador. Eine jeweils 4 spurige Ein und Ausfallstrasse mit Kleinwagen-grossen Schlaglöchern, Smog und Lärm speienden Collectivos und erstaunlich freundlichen Taxlern.
Dafür konnten wir einen wunderschönen Abend draussen am Kite- und Kletterspot am Strand verbringen. Leider ist bei mir nun seit 6 Wochen nix mehr mit klettern, seit ich so gekonnt vom Pferd gesprungen bin...
Aber man kann ja mal zuschaun und schmachten und von Thalkirchen und den Alpen träumen.

Die 3 waren jedenfalls super Gäste, wir hatten ein paar schöne Tage zusammen, wobei ich ja bis auf Dienstag ins Büro musste. Durch die Bilder und Erzählungen von der Reise bin ich gleich ganz neidisch geworden und hab mir nun auch ein Radl gekauft. Das ist es: mein ganzer Stolz. Bisserl klein vielleicht und nicht der letzte Stand der Technik;-), aber mit Schaltung - sogar ne Shimano. Jetzt bin täglich damit in der Rushhour auf dem Weg ins Büro und mittlerweile ein Meister im Schlaglöcher ausweichen, Verkehrbeobachten, durch Stop-and-Go fahren. Nicht zuletzt habe ich dadurch auch das fluchen auf argentinisch ganz gut drauf:-) "que hijo de puta!"

Samstag, 21. März 2009

wunderschöne Welt

Zeit wirds, dass ich mal wieder meinen Blog auf Vordermann bringe. Aber es ist einfach keine Zeit geblieben die neuesten Berichte einzustellen.

Gestern habe ich meinen Vater zum Flughafen gebracht der mich hier 2 Wochen besucht hat. Wir sind also gleich am Tag nach seiner Ankunft nach El Calafate geflogen um füe 8 Tage Patagonien zu erkunden. Da meine Kollegen hier wirklich wenig Urlaub haben, ist es schon ein ganz schöner Hammer wie ich ihr Land bereisen kann. Schon meine 2 Tage fürs verlängerte Wochenende in Cordoba zu klettern wurden als Urlaub angesehn. und nun eine Woche dienstag auf Dienstag schon wieder frei?? Als ich wieder kam sagten die einen: Ach wer bist du denn? oder oh dich hatte ich ja beinahe schon vergessen! oder was, du warst in El Calafate? das habe ja bis heute noch nicht einmal ich geschafft und du schon in deinem vierten Monat hier?! Aber nachdem ich 1 kg Pralinen und Schokolade aus Bariloche mitgebracht hatte, war bei allen der Neid verflogen und sie waren ganz gespannt zu hören, was ich erlebt habe.

Aber nun zum eigentlichen:
in El Calafate konnte ich sehen dass sich seit 2005 (nach der IHK-Prüfung bin ich ja schonmal 4 Wochen in Argentinien unterwegs gewesen) der kleine Ort wahnsinnig vergrößert hatte. Die einzige Strasse die damals geteert war, war die Hauptstrasse und es gab eine Bank und ein Internetcafé. Heute ist alles asphaltiert und herausgeputzt. Es gibt sogar ein Casino (ist ja bekanntlich die größte Leidenschaft müder Bergsteiger noch ins Casino zu gehn?!?!) zig Restaurants, Bars, 4 Banken, Internetcafés und Bergsportläden.

Wir hatten uns für 2 Nächte ein bisschen ausserhalb des Ortes mit Blick auf den riesigen Lago Argentino in einem sehr netten familiären Hotel einquartiert und uns dann für eine Bootstour zu den Gletschern im Lago Argentino entschieden. den ganzen Tag auf dem Boot nur eine kleine Wanderung durch den Patagonischen Wald zu einem See. Totales Touriprogramm, aber es hat sich sowas von gelohnt!

Der Lago Argentino ist durchschnittlich 200m tief und an seiner tiefsten Stelle vor dem Upsala gletscher sogar 750m. Ich habs erst nicht glauben können, aber unsere Guides haben das nochmal bestätigt. Und wenn man dann vor 30m hohen Eisbergen steht, und sich denkt dass das ja nur die kleine Spitze ist, muss der See gewaltige Tiefen haben.

Die Wand des Spegazzini Gletschers ragt bis zu 60m hoch aus dem Wasser. Direkt vor unserer Nase sind Teile des Gletschers abgebrochen und mit lautem Krachen ins Wasser gestürzt. Beim Anblick dieser Eismassen in ihrem unglaublichen blau und weisstönen kann einem schonmal die Luft wegbleiben.
Der größte Gletscher des Nationalparks, der Upsalagletscher, gießt sich wie ein zähes weisses Band in den See. Wir konnten gar nicht mit dem Schiff bis an den Gletscher fahren, da die Wand vor kurzen komplett eingestürzt ist und die dabei entstandenen tausenden Eisberge den See davor versperren. Je nach Wind und Wetter fahren die Kapitäne mit ihren Booten hinein soweit sie kommen. Manchmal auch bis ganz vorne an die Wand. oder auch nur einen Teil.
Wir sind auf grund des starken Windes in einiger Entfernung mitten zwischen wunderschönen Eisbergen, mit dem Boot geblieben und haben von dort den gigantischen Gletscher und die Berge aussenrum betrachtet.
war mir auch ganz lieb, weil wenn die Eisberge hinteruns den Weg zumachen, kann man auf so einem Schiff schon in Probleme geraten.

Ich hatte den berühmten Perito Moreno Gletscher ja schon 2005 besucht und muss sagen, dass ich die Bootsfahrt über den See zu Upsala und Spegazzini noch beeindruckender finde.

Nach diesem gigantischen Auftakt hatte uns das Patagonienfieber gepackt und wir sind am nächsten Tag mit einem kleinen VW Gol nach El Chaltén gefahren. Nachdem wir uns kurz bei unserer Hostel-Mama über einen einfachen Weg mit Sicht auf den Fitz Roy erkundigt haben, sind wir gleich aufgebrochen. Der Weg ging schön windgeschützt im Wald bergauf und nach knappen 3h Marsch (Hut ab Papa!!!) wurden wir dann mit einem wahnsinns Blick auf den Fitz Roy belohnt.
Ich hab dort erstmal die Pausenbrote geschmiert, während mein Vater mit seinem super Objektiv die Details des Berges erkundet hat.
ein Traumberg. er hat sich für uns auch bis auf eine kleine Wolke auf der Spitze seiner Nebelhüllen entledigt, so dass wir am Ende wirklich viel vom rauchenden Berg sehen konnten. Das ist nämlich übersetzt der Name in der sprache der Einheimischen. (el Chaltén - Berg der raucht).


Mein Vater hat nach unserer Ankunft von 5 am nachmittag bis morgens um 7 fast durchgehend geschlafen und nur eine Banane als Abendessen verzehrt. Aber er ist trotz seines Handicaps bis zum Aussichtspunkt gelaufen und wollte sich nicht mal den Rucksack abnehmen lassen. So ein Sturkopf:-)
Also habe ich mich am Abend mit den anderen Leuten im Hostel übers unterhalten, während das ganze kleine Haus unter dem zunehmenden Sturm gezittert und gebebt hat.
Draussen sau kalt drinnen schön warm.
Ich habe beschlossen im Winter nochmal herzukommen. muss nur noch Leute finden die das Gebiet kennen und Skitouren machen können. Olli, das ist echt ein Traum dort! Also wenn du wirklich kommst, dann gibt es viel zu sehen.:-)

Leider hatten wir nur einen Tag Zeit in El Chaltén und mussten dann am nächsten morgen zurück nach EL Calafate, das Auto abgeben und in den Flieger nach Bariloche.

Dort haben wir dank des super Tipps von July einen 2 tägigen Ausritt durch die unberührte Natur gemacht. Ich kann schon verstehn was die Cowboys oder Hirten an ihrer Arbeit lieben.
Carol und Marie unsere beiden Begleiterinnen haben uns 2 super Tage beschert. Mein Vater ist nach einem kleinen Absturz wieder aufs Pferd gestiegen undich hab mir beim Absteigen am Berg den Fuss verstaucht und die Bänder gezerrt. Egal, es war sooo schön!
Mittags und abends draussen unter Bäumen oder am See grillen, Mate trinken, in der Sonne liegen, einen Grashalm im Mundwinkel und dann vom Pferd aus die Natur und die unednlichen Weiten geniessen.
Nachts war es unerwartet kalt, dass das Wasser in den Säcken am nächsten Tag gefroren ist. Aber in meinem Schlafsach habe ich geschlafen wie ein Baby, während der Rest wohl ziemlich mit der Kälte gekämpft hat. Diese Investition im Sommer hat sich schon tausendfach gelohnt :-)

Nach diesen beiden Tagen draussen haben wir uns noch in einer Hütte am Seeufer entspannt. Ich hätte ja ehrlich gesagt nichts gegen weitere Zeltnächte und Wanderungen gehabt, aber wir haben es uns dann noch eineinhalb Tage in einem Bungalow am See gemütlich gemacht mit abendlichem Kaminfeuer, lecker kochen, ratschen, lesen und in der Sonne liegen.
Am letzten Tag sind wir spontan mit dem Sessellift auf einen Berg gefahren und wurden mit einem Blick belohnt, den ich nicht für möglich gehalten habe. 7 Seen in tiefstem Blau , eingeschlossen von grünen Bergen, kaum Häuser oder Strassen. Wirklich Paradisisch. Wenn ich in Argentinien einen Ort zum leben aussuchen müsste, dann dort.

Tja und nun bin ich wieder hier in Buenos Aires, dem Paris von Südamerika, zurück im Büro, weg aus der Natur aber dafür bei meinen Freunden :-)
Morgen kommen für 4 Tage meine Freunde Kaj, Rene und Dani, die aus Chile hergeradelt sind. Ich beneide sie jetzt schon um ihr Fitness! bei mir hingegen heisst es erstmal weder klettern noch laufen noch sonst was, sondern 3 Wochen bota plastica. wie so ein Plastikstiefel für Bänderzerrungen aussieht werde ich am Montag erfahren, wenn ich ihn beim orthopädischen Laden kaufen werde.

Und dann am 4ten April kommen schon Chrisl, Roman und Miri, dann fahren wir nach Salta. also schon wieder 3 Tage frei. einfach unglaublich, diese deutschen Arbeitsverträge!!!:-) oder sollten sie Urlaubsverträge heissen?

Eure Corinna!

Dienstag, 24. Februar 2009

zelten, klettern, raus aus der Stadt


ja ihr lest richtig! ich war ein langes Wochenende in der Natur.

Aber vorher noch kurz ein Satz zu unserer fiestita Aleman am vergangenen Wochenende. Chris Julia und ich haben unsere Freunde und Kollegen eingeladen und uns dafür Freitagabend und samstags zum Fleischpflanzerl(danke Papa fürs geniale Rezept)und Kartoffelsalat machen, Brezenbacken (danke Belle:-))und Weisswürstel testen in die Küche gestellt.
Von unseren hausgemachten Spezialitäten waren die Argentinier echt begeistert, und nach ein paar Warsteiner und Fernet con Cola ist die Feier auch ziemlich gut in Gang gekommen.
Wir müssen jetzt an sämtliche Leute Brezenrezepte verteilen oder sogar das Backen beibringen...

So nun zu den letzten paar Tagen:
Am Freitag um halb 10 sind wir mit dem Mirco in Richtung Villa Carlos Paz bei Cordoba 750km entfernt gestartet. Dann am nächsten morgen gings weiter mit einem kleineren Bus in die Sierra de Cordoba hinauf bis zum Klettergebiet Las Olas mitten im Nichts.

Sitzplätze hatten wir keine mehr ergattert also haben wir die eineinhalb Stunden Bergfahrt im Stehen auf dem Gang verbracht. Bei der Rückfahrt gabs auch keinen Sitzplatz, war uns der Boden im Mittelgang aber auch ausreichend, müde wie wir waren.

Angekommen im Nebel -wieder mal mystical view wie in Peru - haben wir im Garten eines alten Ehepaares neben einem kleinen Wasserfall unsere 3 Zelte aufgeschlagen um sogleich an die Wand nebenan zum klettern zu gehn.
Da es dort ein paar Höhlen zum Bouldern gibt wäre uns Regen sogar egal gewesen.
Zum Schluss gabs noch eine Route mit 2 Seillängen zum üben.

Müde von der Reise und dem Tag haben wir uns im Nebel ein paar Nudeln gekocht, und trotz Feuchtigkeit und Kälte noch lange geratscht, bis es angefangen hat zu regnen und wir in die Schlafsäche gekrochen sind.

Dafür hat uns am nächsten Morgen strahlender Sonnenschein geweckt und uns so für unseren Optimismus angesichts der miserablen Vorhersage belohnt.
Am Sonntag sind wir nach eineinhalb stündigern Wanderung am Gebiet La Ballena (der Wal) angekommen. Feinster Granit als ob noch nie jemand daran geklettert wäre.
Allzuoft wird das sicherlich auch nicht besucht, nachdem kein Weg hinführt und selbst Hernan, unser Guide, kurz mal unsicher war wos langgeht.
Er hat dort schon einige Routen eingebohrt und auch am Sonntag eine neue geschaffen. Den Namen haben wir noch nicht, aber unser Favorit ist der Spruch des Tages: "Max, hace algo!" Das heisst so viel wie "Max, mach irgendwas!!"

Der kam nämlich erstmals auf der Herfahrt im Bus um halb 6 von Vanesa zur Anwendung, als der Fahrer ein Shakiravideo lautstark zum Wecken eingelegt hat. Wohlgemerkt sind wir erst um halb neun angekommen...
Ausserdem immer wenn jemand in der Wand nicht weiterwusste.: "Max, hace algo!"
Max war zwar das erstemal am Fels, doch mit seiner unerschütterlichen Psyche alles kein Problem:-)
beneidenswert.

Abends nachdem klettern haben wir in der kleinen Lagune neben unseren Zelten gebadet, danach gekocht geratscht und einen unvergesslichen Süd-Sternenhimmel genossen.

Gestern schliesslich haben wir noch einen super Sektor beklettert der den schönen Namen "ultima sol de Marzo" trägt. Wir hatten tatsächlich bis spät abends Sonne. Etwas viel vielleicht bei der Hitze, aber die Wände sind ein Traum.
Technisch ziemlich anspruchsvoll für mich, aber richig schön.
Und die Einstufung der Schwierigkeitsgrade scheint mir hier auch etwas härter zu sein. Ok, ich hatte ca ne 4 monatige Kletterpause, aber holla die Waldfee, da braucht man Neven. Bei den Abständen der Hacken allemal!

Jetzt nach 3 Tagen Granit tun mir meine Fingerspitzen weh und Muskelkater hab ich auch! :-) ich muss wieder trainieren und hab richtig Lust drauf! Also gehts am Donnerstag abend gleich wieder zum klettern. Nächstes Wochenende ist erstmal Carnaval in Guale angesagt, aber der nächste Ausflug nach Tandil zum Klettern ist auch schon ins Auge gefasst. Alles nicht so einfach bei den Distanzen in Argentinien, aber egal:-)

Es schreibt Euch eine glückliche Corinna, die soeben ihre FiveTen wieder in goldene Stadtschiksen-sandalen eingetauscht hat und sich bald wieder ins Buenos Airer Nachtleben begibt. Heute Kino unter Freiem Himmel!

---mehr zu sehen gibts wie immer links unter "Buidln"-----------

Sonntag, 8. Februar 2009

wunderbares wochenende

Nun ist schon wieder Sonntag abend und ich hab 2 super Tage in BA und der Provinz verbracht.
Das Wochenende hat schon am Freitagabend fantastisch begonnen. Chris ist gelandet und in seinem Gepäck mein Foto, mein Ipod und meine neuen Bankkarten! Und einen super Fotokalender vom Roman und der Miri.
Endlich kann ich Euch wieder Bilder auf den Blog stellen und meine Musik in der Subte hören!

Am Samstag hiess es erstmal um 6Uhr aufstehen, damit ich mit Chris und Mira zum Treffpunkt ausserhalb der Stadtgrenze fahren konnte. Pünktlich um kurz vor acht waren wir am verabredeten Ort, um uns mit 11 anderen Argentiniern zum Fallschirmspringen zu treffen. Natürlich wollten wir gemeinsam mit den Autos rausfahren und knapp ne dreiviertel Stunde nach vereinbarter Zeit, waren dann auch alle da und wir haben uns auf den Weg gemacht.
Wir hätte also locker noch ne Stunde länger schlafen können. :-)
Zusammen mit einem Kollegen von Chris sind wir dann nach Lobos ca 100km in die Provinz von BA gefahren. Natürlich nicht ohne uns zu verfahren.

Ich muss zugeben, dass der Anblick unseres Flugzeuges und der Fallschirme nicht zu meiner Entspannung beigetragen haben.

Nachdem wir uns kurz ungesehen haben, gings auch schon los und die ersten 3 Mutigen sind in der Propellermaschine auf der Graspiste gestartet.
Ich hab erst hingesehen, als alle 3 die Fallschirme geöffnet hatten. So aufgeregt war ich, dass ich nicht sehen wollte wie sich die Irren aus dem Flugzeug stürzen. Als ich dann an der Reihe war, meine Ausrüstung anzuziehen, war ich schon ganz schön nervös. Mein Pilot Pablo hat nur geantwortet, er sei es auch. Sehr beruhigend. Trotzdem hat er nen ziemlich relaxten Eindruck gemacht und sah so aus, als wüsste er was er da macht. Gut, dann noch eine ausgiebige Einweisung nach dem Motto, du musst die Füsse aus dem FLugzeug auf die kleine Stufe stellen, dann schubste ich dich raus, dabei die Hände an den Gurt, Füsse nach hinten und später Hände und Füsse ausstrecken. Wie ein Vogel! Naja das ist ja einfach....

Schon saßen wir wie die Ölsardinen im Flugzeug auf dem Boden, jeder Passagier fast auf dem Schoß von seinem Piloten. Langsam schraubt sich die kleine Chesna höher über die Pampa. Ziemlich hoch finde ich und wage einen Blick auf den Höhenmesser. Erst 900m.. Fehlt doch noch ganz schön was bis zu den 3000m von den wir uns aus dem Flugzeug stürzen werden... oh oh.
Die beiden argentinischen Jungs sind mittlerweile auch recht still geworden.
Zu meiner Versicherung und Ablenkung frage ich meinen Piloten, wie ich eigentlich an ihm befestigt werde und ob ich einen Helm bekomme und überhaupt wie wir das so machen werden.
Dann endlich nachdem wir die Höhe erreicht haben und die Rinder auf den Wiesen unter schon kaum mehr erkennbar waren, sitze ich fest an meinen Piloten gezurrt mit Lederkäppchen und Schutzbrille da, sehe wie die Tür unter dem Flügel aufgeht, spüre den kühlen Fahrtwind, höre den Lärm der Maschine noch lauter, und sehe wie erst Matias und dann Lucas verschwinden.
Mein Herz dürfte in dem Moment so laut gerast haben und wenn die kleine Chesna nicht durch Wind und Propellor noch grösseren Lärm gemacht hätte, hätte man das Klopfen bestimmt hören können.
Was mach ich hier grade? Ich kann doch jetzt hier nicht aus dem offenen Flugzeug einfach raus?!!
Naja, schon bewegen wir uns zur Öffnung. krass, die Beine sind draussen es ist ganz schön windig, ich kralle mich in der kleinen Öffnung fest, doch nun muss ich mich ja mit den Händen am Brustgurt festhalten. kurz noch realisiere ich dass ich gleich wirklich aus dem fliegenden Flugzeug fallen werde und dass wir echt verdammt hoch sind.
Dann hab ich gar keine Zeit mehr zu zaudern, zu denken, denn ich befinde mich schon im freien Fall.

Nach einer ersten unglaublichen Schrecksekunde, ist es nur noch fantastisch! knapp eine Minute freier Fall ist wirklich der Hammer. Dann zieht mein Pilot die Reissleine, und wir werden von dem kleinen Fallschrim etwas gebremst. Troztem war der Ruck den der Große verursacht ziemlich unangenehm. Danach ging es in sanften Kurven in guten 5 Minuten wieder auf die Erde.

Der Wahnsinn.
ich will nochmal!
Was für ein Gefühl durch die freie Luft zu fliegen.
Ees gibt sogar ein Video dass ich in den nächsten Tagen bekomme:-) live mein Sprung!

Danach haben wir zusammen noch einen super Asado-Nachmittag gehabt.


Und heut war ich mit Juli, die nach 3 Wochen Urlaub mit ihrem Freund endlich :-) wieder hier ist, in San Isidro am Peru Beach beim Klettern. Danach haben wir noch einen Licquado am Strand des Rio de la Plata in der Abendsonne getrunken und dann ab nach Hause. Der Weg ist zwar echt weit und wir haben fast eineinhalb Stunden im Collectivo Bus ohne Sitzplatz aber mit viel Körperkontakt nach Hause gebraucht. Egal, ich bin glücklich!

Morgen gehts wieder ins Büro wo es auch von Woche zu Woche mehr zu tun gibt und ich mich immer ein Stückchen nützlicher fühle:-)
Mehr Bilder vom WE gibts natürlich links in der Buidl-link-Liste.

Und wer Reiseideen braucht sollte mal unbedingt auf Julias Blog die Fotos ihrer Reise anschaun! Die sind der Hit!

Sonntag, 1. Februar 2009

Hauptstadt snapshots

Mittwochabend Schickimicki - Afteroffice in der Crobar:
schon in der Schlange habe ich bemerkt, dass alle Mädels in hohen Schuhen oder silbernen Sandalen da sind. Egal, hohe Schuhe brauch in dem Land nicht anziehn, ich komme mir auch so schon riesig vor und Neue Silbersandalen kann ich mir nicht kaufen, weil ich noch keinen Laden gefunden habe, der 41er Größe hat.

Der Türsteher will uns 4 Mädels gerade durchwinken, bis sein Blick auf meine Adidas fällt. " no zapatillos aca!" oh mann das ist peinlich. nach kurzem Schreck, erklären wir ihm kurz was das Problem ist;-) Da er selber nen Kopf kleiner ist als ich, sieht ers ein und lässt uns durch:-)


Freitag morgens übertrifft die BsAs Subte die London Tube, die dem Ruf zufolge, die vollste, heisseste und unzuverlässigste Ubahn überhaupt sein soll.
Die übliche schwüle Luft mit 35 Grad schlägt mir entgegen als ich mich zu den anderen in den Waggon stelle. Es hat die Nacht über geregnet und draussen ist es einigermassen kühl. Davon merkt man aber nix hier drinnen. Aber es sind ja nur 15 oder 20 Min bis zur Plaza de Mayo. Normalerweise....Und ist es heute nicht soooo voll, d.h. ich habe keinen direkten Körperkontakt mit wildfremden, schwitzenden Menschen. Ein Traum:-)
Bis die Ubahn im Tunnel stehen bleibt. Das ist nicht ungewöhnlich, aber diesmal zieht sich das Ganze noch ein bisschen hin. Ohne Info was los ist, ohne irgendwas. Nach 40 min, in denen die Argentinier komplett ruhig bleiben, kommt ein Schaffner durch der alle Türen zwischen den Waggons aufmachen, so dass man von hinten nach vorn durchgehn kann. Im ersten Wagen ist die vorderste Tür geöffnet,damit die wir aussteigen und zu Fuss weiter gehn können. Also bewegen wir uns allmählich nach vorn. Echt bewunderswert, die Ruhe und geduld der Leute hier. Immerhin ist Rushhour und alle müssen in die Arbeit. Todo tranquilo eben.
Bis dann eine Frau dem vorbeigehenden Schaffner den Weg abschneidet und ihn aufs Übelste beschimpft. In dem Moment scheint allen der Geduldsfaden zu reissen und eine kleine Revolte bricht los. Die meisten schreien den armen Schaffner an und rücken ihm für meine Begriffe ziemlich nah auf die Pelle. Aber auch untereinander kippt die Stimmung ins eher agressive. Ich verstehe zwar nur Bruchteile, aber den Schimpfworten und der Tonlage zu urteilen gehts ganz schön zur Sache. Es hätte mich nicht gewundert,wenn s nicht bei Worten geblieben wäre.
Die Tür, aus der zuvor einige aussteigen konnten, wurde inzwischen wieder geschlossen und ich stehe inmitten zeternder, streitender, schwitzender Menschen in einer völlig überhitzen und überfüllten Subte der Linie D.
Direkt neben mir steht eine Frau, die das Geschehen genau wie ich eher beobachtet. Wir müssen plötzlich laut lachen, weil die Situation schon etwas absurd ist.

Irgendwann nach insgesamt eineinhalb Stunden scheint das Problem verschwunden zu sein und die Ubahn zuckelt wieder los. Als ich dann ziemlich verschwitzt im Büro eintrudle, könnens meine Kollegen gar nicht fassen und meinen in Deutschland würde bestimmt immer alles pünktlich gehn und nie was stecken bleiben. Naja ist nicht ganz richtig, aber meistens kommt doch zumindest irgendwann mal ne Info was los ist. Und es hat auch keine 35 Grad in der Ubahn und man hat auch ein bisschen mehr Platz.
Aber wir ich bin eben nicht in Deutschland :-)


Samstag Nacht, Club Podestá, Palermo Soho , Buenos Aires:

Ich bin mit 2 Mädels unterwegs. Wir kommen ganz nach argentinischer Manier um halb 3 an zum tanzen. Bis plötzlich die Musik leise wird und das Licht heller. Die werden uns doch jetzt hier nicht rausschmeissen? Der Club ist voll, es ist vielleicht halb vier. Also keine Zeit schon zu schliessen. Als dann eine Barkeeperin druchläuft und die Leute bittet ihre Kippen auszumachen, erfahren wir, dass grade eine Inspección da ist und wenn die Musik wieder laut wird und das Licht ausgeht, gehts die Party weiter.
Inzwischen kommt läuft Jazzgedudel. Keiner raucht, das ist nämlich in Restaurants und Bars verboten. Es ist ein bisschen so wie auf einer Party zu Hause, bei der die Eltern zu früh heimkommen. Schon etwas merkwürdig. :-)
Der Ort ist wohl nicht als Disko angemeldet und darum der Zirkus mit Licht an, Barmusik usw. Schnell so tun als wärs ne normale Bar?!

Kaum war die Inspección aus dem Haus, gings weiter wie gewohnt:-) Sehr fein!