Samstag, 21. März 2009

wunderschöne Welt

Zeit wirds, dass ich mal wieder meinen Blog auf Vordermann bringe. Aber es ist einfach keine Zeit geblieben die neuesten Berichte einzustellen.

Gestern habe ich meinen Vater zum Flughafen gebracht der mich hier 2 Wochen besucht hat. Wir sind also gleich am Tag nach seiner Ankunft nach El Calafate geflogen um füe 8 Tage Patagonien zu erkunden. Da meine Kollegen hier wirklich wenig Urlaub haben, ist es schon ein ganz schöner Hammer wie ich ihr Land bereisen kann. Schon meine 2 Tage fürs verlängerte Wochenende in Cordoba zu klettern wurden als Urlaub angesehn. und nun eine Woche dienstag auf Dienstag schon wieder frei?? Als ich wieder kam sagten die einen: Ach wer bist du denn? oder oh dich hatte ich ja beinahe schon vergessen! oder was, du warst in El Calafate? das habe ja bis heute noch nicht einmal ich geschafft und du schon in deinem vierten Monat hier?! Aber nachdem ich 1 kg Pralinen und Schokolade aus Bariloche mitgebracht hatte, war bei allen der Neid verflogen und sie waren ganz gespannt zu hören, was ich erlebt habe.

Aber nun zum eigentlichen:
in El Calafate konnte ich sehen dass sich seit 2005 (nach der IHK-Prüfung bin ich ja schonmal 4 Wochen in Argentinien unterwegs gewesen) der kleine Ort wahnsinnig vergrößert hatte. Die einzige Strasse die damals geteert war, war die Hauptstrasse und es gab eine Bank und ein Internetcafé. Heute ist alles asphaltiert und herausgeputzt. Es gibt sogar ein Casino (ist ja bekanntlich die größte Leidenschaft müder Bergsteiger noch ins Casino zu gehn?!?!) zig Restaurants, Bars, 4 Banken, Internetcafés und Bergsportläden.

Wir hatten uns für 2 Nächte ein bisschen ausserhalb des Ortes mit Blick auf den riesigen Lago Argentino in einem sehr netten familiären Hotel einquartiert und uns dann für eine Bootstour zu den Gletschern im Lago Argentino entschieden. den ganzen Tag auf dem Boot nur eine kleine Wanderung durch den Patagonischen Wald zu einem See. Totales Touriprogramm, aber es hat sich sowas von gelohnt!

Der Lago Argentino ist durchschnittlich 200m tief und an seiner tiefsten Stelle vor dem Upsala gletscher sogar 750m. Ich habs erst nicht glauben können, aber unsere Guides haben das nochmal bestätigt. Und wenn man dann vor 30m hohen Eisbergen steht, und sich denkt dass das ja nur die kleine Spitze ist, muss der See gewaltige Tiefen haben.

Die Wand des Spegazzini Gletschers ragt bis zu 60m hoch aus dem Wasser. Direkt vor unserer Nase sind Teile des Gletschers abgebrochen und mit lautem Krachen ins Wasser gestürzt. Beim Anblick dieser Eismassen in ihrem unglaublichen blau und weisstönen kann einem schonmal die Luft wegbleiben.
Der größte Gletscher des Nationalparks, der Upsalagletscher, gießt sich wie ein zähes weisses Band in den See. Wir konnten gar nicht mit dem Schiff bis an den Gletscher fahren, da die Wand vor kurzen komplett eingestürzt ist und die dabei entstandenen tausenden Eisberge den See davor versperren. Je nach Wind und Wetter fahren die Kapitäne mit ihren Booten hinein soweit sie kommen. Manchmal auch bis ganz vorne an die Wand. oder auch nur einen Teil.
Wir sind auf grund des starken Windes in einiger Entfernung mitten zwischen wunderschönen Eisbergen, mit dem Boot geblieben und haben von dort den gigantischen Gletscher und die Berge aussenrum betrachtet.
war mir auch ganz lieb, weil wenn die Eisberge hinteruns den Weg zumachen, kann man auf so einem Schiff schon in Probleme geraten.

Ich hatte den berühmten Perito Moreno Gletscher ja schon 2005 besucht und muss sagen, dass ich die Bootsfahrt über den See zu Upsala und Spegazzini noch beeindruckender finde.

Nach diesem gigantischen Auftakt hatte uns das Patagonienfieber gepackt und wir sind am nächsten Tag mit einem kleinen VW Gol nach El Chaltén gefahren. Nachdem wir uns kurz bei unserer Hostel-Mama über einen einfachen Weg mit Sicht auf den Fitz Roy erkundigt haben, sind wir gleich aufgebrochen. Der Weg ging schön windgeschützt im Wald bergauf und nach knappen 3h Marsch (Hut ab Papa!!!) wurden wir dann mit einem wahnsinns Blick auf den Fitz Roy belohnt.
Ich hab dort erstmal die Pausenbrote geschmiert, während mein Vater mit seinem super Objektiv die Details des Berges erkundet hat.
ein Traumberg. er hat sich für uns auch bis auf eine kleine Wolke auf der Spitze seiner Nebelhüllen entledigt, so dass wir am Ende wirklich viel vom rauchenden Berg sehen konnten. Das ist nämlich übersetzt der Name in der sprache der Einheimischen. (el Chaltén - Berg der raucht).


Mein Vater hat nach unserer Ankunft von 5 am nachmittag bis morgens um 7 fast durchgehend geschlafen und nur eine Banane als Abendessen verzehrt. Aber er ist trotz seines Handicaps bis zum Aussichtspunkt gelaufen und wollte sich nicht mal den Rucksack abnehmen lassen. So ein Sturkopf:-)
Also habe ich mich am Abend mit den anderen Leuten im Hostel übers unterhalten, während das ganze kleine Haus unter dem zunehmenden Sturm gezittert und gebebt hat.
Draussen sau kalt drinnen schön warm.
Ich habe beschlossen im Winter nochmal herzukommen. muss nur noch Leute finden die das Gebiet kennen und Skitouren machen können. Olli, das ist echt ein Traum dort! Also wenn du wirklich kommst, dann gibt es viel zu sehen.:-)

Leider hatten wir nur einen Tag Zeit in El Chaltén und mussten dann am nächsten morgen zurück nach EL Calafate, das Auto abgeben und in den Flieger nach Bariloche.

Dort haben wir dank des super Tipps von July einen 2 tägigen Ausritt durch die unberührte Natur gemacht. Ich kann schon verstehn was die Cowboys oder Hirten an ihrer Arbeit lieben.
Carol und Marie unsere beiden Begleiterinnen haben uns 2 super Tage beschert. Mein Vater ist nach einem kleinen Absturz wieder aufs Pferd gestiegen undich hab mir beim Absteigen am Berg den Fuss verstaucht und die Bänder gezerrt. Egal, es war sooo schön!
Mittags und abends draussen unter Bäumen oder am See grillen, Mate trinken, in der Sonne liegen, einen Grashalm im Mundwinkel und dann vom Pferd aus die Natur und die unednlichen Weiten geniessen.
Nachts war es unerwartet kalt, dass das Wasser in den Säcken am nächsten Tag gefroren ist. Aber in meinem Schlafsach habe ich geschlafen wie ein Baby, während der Rest wohl ziemlich mit der Kälte gekämpft hat. Diese Investition im Sommer hat sich schon tausendfach gelohnt :-)

Nach diesen beiden Tagen draussen haben wir uns noch in einer Hütte am Seeufer entspannt. Ich hätte ja ehrlich gesagt nichts gegen weitere Zeltnächte und Wanderungen gehabt, aber wir haben es uns dann noch eineinhalb Tage in einem Bungalow am See gemütlich gemacht mit abendlichem Kaminfeuer, lecker kochen, ratschen, lesen und in der Sonne liegen.
Am letzten Tag sind wir spontan mit dem Sessellift auf einen Berg gefahren und wurden mit einem Blick belohnt, den ich nicht für möglich gehalten habe. 7 Seen in tiefstem Blau , eingeschlossen von grünen Bergen, kaum Häuser oder Strassen. Wirklich Paradisisch. Wenn ich in Argentinien einen Ort zum leben aussuchen müsste, dann dort.

Tja und nun bin ich wieder hier in Buenos Aires, dem Paris von Südamerika, zurück im Büro, weg aus der Natur aber dafür bei meinen Freunden :-)
Morgen kommen für 4 Tage meine Freunde Kaj, Rene und Dani, die aus Chile hergeradelt sind. Ich beneide sie jetzt schon um ihr Fitness! bei mir hingegen heisst es erstmal weder klettern noch laufen noch sonst was, sondern 3 Wochen bota plastica. wie so ein Plastikstiefel für Bänderzerrungen aussieht werde ich am Montag erfahren, wenn ich ihn beim orthopädischen Laden kaufen werde.

Und dann am 4ten April kommen schon Chrisl, Roman und Miri, dann fahren wir nach Salta. also schon wieder 3 Tage frei. einfach unglaublich, diese deutschen Arbeitsverträge!!!:-) oder sollten sie Urlaubsverträge heissen?

Eure Corinna!

Dienstag, 24. Februar 2009

zelten, klettern, raus aus der Stadt


ja ihr lest richtig! ich war ein langes Wochenende in der Natur.

Aber vorher noch kurz ein Satz zu unserer fiestita Aleman am vergangenen Wochenende. Chris Julia und ich haben unsere Freunde und Kollegen eingeladen und uns dafür Freitagabend und samstags zum Fleischpflanzerl(danke Papa fürs geniale Rezept)und Kartoffelsalat machen, Brezenbacken (danke Belle:-))und Weisswürstel testen in die Küche gestellt.
Von unseren hausgemachten Spezialitäten waren die Argentinier echt begeistert, und nach ein paar Warsteiner und Fernet con Cola ist die Feier auch ziemlich gut in Gang gekommen.
Wir müssen jetzt an sämtliche Leute Brezenrezepte verteilen oder sogar das Backen beibringen...

So nun zu den letzten paar Tagen:
Am Freitag um halb 10 sind wir mit dem Mirco in Richtung Villa Carlos Paz bei Cordoba 750km entfernt gestartet. Dann am nächsten morgen gings weiter mit einem kleineren Bus in die Sierra de Cordoba hinauf bis zum Klettergebiet Las Olas mitten im Nichts.

Sitzplätze hatten wir keine mehr ergattert also haben wir die eineinhalb Stunden Bergfahrt im Stehen auf dem Gang verbracht. Bei der Rückfahrt gabs auch keinen Sitzplatz, war uns der Boden im Mittelgang aber auch ausreichend, müde wie wir waren.

Angekommen im Nebel -wieder mal mystical view wie in Peru - haben wir im Garten eines alten Ehepaares neben einem kleinen Wasserfall unsere 3 Zelte aufgeschlagen um sogleich an die Wand nebenan zum klettern zu gehn.
Da es dort ein paar Höhlen zum Bouldern gibt wäre uns Regen sogar egal gewesen.
Zum Schluss gabs noch eine Route mit 2 Seillängen zum üben.

Müde von der Reise und dem Tag haben wir uns im Nebel ein paar Nudeln gekocht, und trotz Feuchtigkeit und Kälte noch lange geratscht, bis es angefangen hat zu regnen und wir in die Schlafsäche gekrochen sind.

Dafür hat uns am nächsten Morgen strahlender Sonnenschein geweckt und uns so für unseren Optimismus angesichts der miserablen Vorhersage belohnt.
Am Sonntag sind wir nach eineinhalb stündigern Wanderung am Gebiet La Ballena (der Wal) angekommen. Feinster Granit als ob noch nie jemand daran geklettert wäre.
Allzuoft wird das sicherlich auch nicht besucht, nachdem kein Weg hinführt und selbst Hernan, unser Guide, kurz mal unsicher war wos langgeht.
Er hat dort schon einige Routen eingebohrt und auch am Sonntag eine neue geschaffen. Den Namen haben wir noch nicht, aber unser Favorit ist der Spruch des Tages: "Max, hace algo!" Das heisst so viel wie "Max, mach irgendwas!!"

Der kam nämlich erstmals auf der Herfahrt im Bus um halb 6 von Vanesa zur Anwendung, als der Fahrer ein Shakiravideo lautstark zum Wecken eingelegt hat. Wohlgemerkt sind wir erst um halb neun angekommen...
Ausserdem immer wenn jemand in der Wand nicht weiterwusste.: "Max, hace algo!"
Max war zwar das erstemal am Fels, doch mit seiner unerschütterlichen Psyche alles kein Problem:-)
beneidenswert.

Abends nachdem klettern haben wir in der kleinen Lagune neben unseren Zelten gebadet, danach gekocht geratscht und einen unvergesslichen Süd-Sternenhimmel genossen.

Gestern schliesslich haben wir noch einen super Sektor beklettert der den schönen Namen "ultima sol de Marzo" trägt. Wir hatten tatsächlich bis spät abends Sonne. Etwas viel vielleicht bei der Hitze, aber die Wände sind ein Traum.
Technisch ziemlich anspruchsvoll für mich, aber richig schön.
Und die Einstufung der Schwierigkeitsgrade scheint mir hier auch etwas härter zu sein. Ok, ich hatte ca ne 4 monatige Kletterpause, aber holla die Waldfee, da braucht man Neven. Bei den Abständen der Hacken allemal!

Jetzt nach 3 Tagen Granit tun mir meine Fingerspitzen weh und Muskelkater hab ich auch! :-) ich muss wieder trainieren und hab richtig Lust drauf! Also gehts am Donnerstag abend gleich wieder zum klettern. Nächstes Wochenende ist erstmal Carnaval in Guale angesagt, aber der nächste Ausflug nach Tandil zum Klettern ist auch schon ins Auge gefasst. Alles nicht so einfach bei den Distanzen in Argentinien, aber egal:-)

Es schreibt Euch eine glückliche Corinna, die soeben ihre FiveTen wieder in goldene Stadtschiksen-sandalen eingetauscht hat und sich bald wieder ins Buenos Airer Nachtleben begibt. Heute Kino unter Freiem Himmel!

---mehr zu sehen gibts wie immer links unter "Buidln"-----------

Sonntag, 8. Februar 2009

wunderbares wochenende

Nun ist schon wieder Sonntag abend und ich hab 2 super Tage in BA und der Provinz verbracht.
Das Wochenende hat schon am Freitagabend fantastisch begonnen. Chris ist gelandet und in seinem Gepäck mein Foto, mein Ipod und meine neuen Bankkarten! Und einen super Fotokalender vom Roman und der Miri.
Endlich kann ich Euch wieder Bilder auf den Blog stellen und meine Musik in der Subte hören!

Am Samstag hiess es erstmal um 6Uhr aufstehen, damit ich mit Chris und Mira zum Treffpunkt ausserhalb der Stadtgrenze fahren konnte. Pünktlich um kurz vor acht waren wir am verabredeten Ort, um uns mit 11 anderen Argentiniern zum Fallschirmspringen zu treffen. Natürlich wollten wir gemeinsam mit den Autos rausfahren und knapp ne dreiviertel Stunde nach vereinbarter Zeit, waren dann auch alle da und wir haben uns auf den Weg gemacht.
Wir hätte also locker noch ne Stunde länger schlafen können. :-)
Zusammen mit einem Kollegen von Chris sind wir dann nach Lobos ca 100km in die Provinz von BA gefahren. Natürlich nicht ohne uns zu verfahren.

Ich muss zugeben, dass der Anblick unseres Flugzeuges und der Fallschirme nicht zu meiner Entspannung beigetragen haben.

Nachdem wir uns kurz ungesehen haben, gings auch schon los und die ersten 3 Mutigen sind in der Propellermaschine auf der Graspiste gestartet.
Ich hab erst hingesehen, als alle 3 die Fallschirme geöffnet hatten. So aufgeregt war ich, dass ich nicht sehen wollte wie sich die Irren aus dem Flugzeug stürzen. Als ich dann an der Reihe war, meine Ausrüstung anzuziehen, war ich schon ganz schön nervös. Mein Pilot Pablo hat nur geantwortet, er sei es auch. Sehr beruhigend. Trotzdem hat er nen ziemlich relaxten Eindruck gemacht und sah so aus, als wüsste er was er da macht. Gut, dann noch eine ausgiebige Einweisung nach dem Motto, du musst die Füsse aus dem FLugzeug auf die kleine Stufe stellen, dann schubste ich dich raus, dabei die Hände an den Gurt, Füsse nach hinten und später Hände und Füsse ausstrecken. Wie ein Vogel! Naja das ist ja einfach....

Schon saßen wir wie die Ölsardinen im Flugzeug auf dem Boden, jeder Passagier fast auf dem Schoß von seinem Piloten. Langsam schraubt sich die kleine Chesna höher über die Pampa. Ziemlich hoch finde ich und wage einen Blick auf den Höhenmesser. Erst 900m.. Fehlt doch noch ganz schön was bis zu den 3000m von den wir uns aus dem Flugzeug stürzen werden... oh oh.
Die beiden argentinischen Jungs sind mittlerweile auch recht still geworden.
Zu meiner Versicherung und Ablenkung frage ich meinen Piloten, wie ich eigentlich an ihm befestigt werde und ob ich einen Helm bekomme und überhaupt wie wir das so machen werden.
Dann endlich nachdem wir die Höhe erreicht haben und die Rinder auf den Wiesen unter schon kaum mehr erkennbar waren, sitze ich fest an meinen Piloten gezurrt mit Lederkäppchen und Schutzbrille da, sehe wie die Tür unter dem Flügel aufgeht, spüre den kühlen Fahrtwind, höre den Lärm der Maschine noch lauter, und sehe wie erst Matias und dann Lucas verschwinden.
Mein Herz dürfte in dem Moment so laut gerast haben und wenn die kleine Chesna nicht durch Wind und Propellor noch grösseren Lärm gemacht hätte, hätte man das Klopfen bestimmt hören können.
Was mach ich hier grade? Ich kann doch jetzt hier nicht aus dem offenen Flugzeug einfach raus?!!
Naja, schon bewegen wir uns zur Öffnung. krass, die Beine sind draussen es ist ganz schön windig, ich kralle mich in der kleinen Öffnung fest, doch nun muss ich mich ja mit den Händen am Brustgurt festhalten. kurz noch realisiere ich dass ich gleich wirklich aus dem fliegenden Flugzeug fallen werde und dass wir echt verdammt hoch sind.
Dann hab ich gar keine Zeit mehr zu zaudern, zu denken, denn ich befinde mich schon im freien Fall.

Nach einer ersten unglaublichen Schrecksekunde, ist es nur noch fantastisch! knapp eine Minute freier Fall ist wirklich der Hammer. Dann zieht mein Pilot die Reissleine, und wir werden von dem kleinen Fallschrim etwas gebremst. Troztem war der Ruck den der Große verursacht ziemlich unangenehm. Danach ging es in sanften Kurven in guten 5 Minuten wieder auf die Erde.

Der Wahnsinn.
ich will nochmal!
Was für ein Gefühl durch die freie Luft zu fliegen.
Ees gibt sogar ein Video dass ich in den nächsten Tagen bekomme:-) live mein Sprung!

Danach haben wir zusammen noch einen super Asado-Nachmittag gehabt.


Und heut war ich mit Juli, die nach 3 Wochen Urlaub mit ihrem Freund endlich :-) wieder hier ist, in San Isidro am Peru Beach beim Klettern. Danach haben wir noch einen Licquado am Strand des Rio de la Plata in der Abendsonne getrunken und dann ab nach Hause. Der Weg ist zwar echt weit und wir haben fast eineinhalb Stunden im Collectivo Bus ohne Sitzplatz aber mit viel Körperkontakt nach Hause gebraucht. Egal, ich bin glücklich!

Morgen gehts wieder ins Büro wo es auch von Woche zu Woche mehr zu tun gibt und ich mich immer ein Stückchen nützlicher fühle:-)
Mehr Bilder vom WE gibts natürlich links in der Buidl-link-Liste.

Und wer Reiseideen braucht sollte mal unbedingt auf Julias Blog die Fotos ihrer Reise anschaun! Die sind der Hit!

Sonntag, 1. Februar 2009

Hauptstadt snapshots

Mittwochabend Schickimicki - Afteroffice in der Crobar:
schon in der Schlange habe ich bemerkt, dass alle Mädels in hohen Schuhen oder silbernen Sandalen da sind. Egal, hohe Schuhe brauch in dem Land nicht anziehn, ich komme mir auch so schon riesig vor und Neue Silbersandalen kann ich mir nicht kaufen, weil ich noch keinen Laden gefunden habe, der 41er Größe hat.

Der Türsteher will uns 4 Mädels gerade durchwinken, bis sein Blick auf meine Adidas fällt. " no zapatillos aca!" oh mann das ist peinlich. nach kurzem Schreck, erklären wir ihm kurz was das Problem ist;-) Da er selber nen Kopf kleiner ist als ich, sieht ers ein und lässt uns durch:-)


Freitag morgens übertrifft die BsAs Subte die London Tube, die dem Ruf zufolge, die vollste, heisseste und unzuverlässigste Ubahn überhaupt sein soll.
Die übliche schwüle Luft mit 35 Grad schlägt mir entgegen als ich mich zu den anderen in den Waggon stelle. Es hat die Nacht über geregnet und draussen ist es einigermassen kühl. Davon merkt man aber nix hier drinnen. Aber es sind ja nur 15 oder 20 Min bis zur Plaza de Mayo. Normalerweise....Und ist es heute nicht soooo voll, d.h. ich habe keinen direkten Körperkontakt mit wildfremden, schwitzenden Menschen. Ein Traum:-)
Bis die Ubahn im Tunnel stehen bleibt. Das ist nicht ungewöhnlich, aber diesmal zieht sich das Ganze noch ein bisschen hin. Ohne Info was los ist, ohne irgendwas. Nach 40 min, in denen die Argentinier komplett ruhig bleiben, kommt ein Schaffner durch der alle Türen zwischen den Waggons aufmachen, so dass man von hinten nach vorn durchgehn kann. Im ersten Wagen ist die vorderste Tür geöffnet,damit die wir aussteigen und zu Fuss weiter gehn können. Also bewegen wir uns allmählich nach vorn. Echt bewunderswert, die Ruhe und geduld der Leute hier. Immerhin ist Rushhour und alle müssen in die Arbeit. Todo tranquilo eben.
Bis dann eine Frau dem vorbeigehenden Schaffner den Weg abschneidet und ihn aufs Übelste beschimpft. In dem Moment scheint allen der Geduldsfaden zu reissen und eine kleine Revolte bricht los. Die meisten schreien den armen Schaffner an und rücken ihm für meine Begriffe ziemlich nah auf die Pelle. Aber auch untereinander kippt die Stimmung ins eher agressive. Ich verstehe zwar nur Bruchteile, aber den Schimpfworten und der Tonlage zu urteilen gehts ganz schön zur Sache. Es hätte mich nicht gewundert,wenn s nicht bei Worten geblieben wäre.
Die Tür, aus der zuvor einige aussteigen konnten, wurde inzwischen wieder geschlossen und ich stehe inmitten zeternder, streitender, schwitzender Menschen in einer völlig überhitzen und überfüllten Subte der Linie D.
Direkt neben mir steht eine Frau, die das Geschehen genau wie ich eher beobachtet. Wir müssen plötzlich laut lachen, weil die Situation schon etwas absurd ist.

Irgendwann nach insgesamt eineinhalb Stunden scheint das Problem verschwunden zu sein und die Ubahn zuckelt wieder los. Als ich dann ziemlich verschwitzt im Büro eintrudle, könnens meine Kollegen gar nicht fassen und meinen in Deutschland würde bestimmt immer alles pünktlich gehn und nie was stecken bleiben. Naja ist nicht ganz richtig, aber meistens kommt doch zumindest irgendwann mal ne Info was los ist. Und es hat auch keine 35 Grad in der Ubahn und man hat auch ein bisschen mehr Platz.
Aber wir ich bin eben nicht in Deutschland :-)


Samstag Nacht, Club Podestá, Palermo Soho , Buenos Aires:

Ich bin mit 2 Mädels unterwegs. Wir kommen ganz nach argentinischer Manier um halb 3 an zum tanzen. Bis plötzlich die Musik leise wird und das Licht heller. Die werden uns doch jetzt hier nicht rausschmeissen? Der Club ist voll, es ist vielleicht halb vier. Also keine Zeit schon zu schliessen. Als dann eine Barkeeperin druchläuft und die Leute bittet ihre Kippen auszumachen, erfahren wir, dass grade eine Inspección da ist und wenn die Musik wieder laut wird und das Licht ausgeht, gehts die Party weiter.
Inzwischen kommt läuft Jazzgedudel. Keiner raucht, das ist nämlich in Restaurants und Bars verboten. Es ist ein bisschen so wie auf einer Party zu Hause, bei der die Eltern zu früh heimkommen. Schon etwas merkwürdig. :-)
Der Ort ist wohl nicht als Disko angemeldet und darum der Zirkus mit Licht an, Barmusik usw. Schnell so tun als wärs ne normale Bar?!

Kaum war die Inspección aus dem Haus, gings weiter wie gewohnt:-) Sehr fein!

Dienstag, 27. Januar 2009




Die letzten beiden Wochenende war ich auf der Suche nach einem Strand in der Nähe von BA. Mir erscheinen die Distanzen doch etwas weit zu den gewöhnlichen Wochenendorten der Argentinier. Die fahren nämlich locker 450 km am Freitag abend hin um sich wie die Sardinen in Mar del Plata an den Strand zu legen und am Sonntag wieder heim.
Ist doch um die Ecke;-)
Statt dessen haben wir letze Woche Samstagabend wir dann eine Daiquiriparty auf Chris Balkon gemacht, sind dann auf dem Weg in die Disko in seinem Aufzug stecken geblieben. So sind wir ca 10 minuten immer zwischen Keller und erstem Stock auf und abgefahren. Beinahe hätten wir die Daiquiris nochmal durch den Koopf gehen lassen, aber wir konnten gerade noch rechtzeitig durch einen Sprung durch die aufgestemmte Tür zwischen 2 Stockwerken nach unten retten.:-)
Klar dass uns der Portero etwas erzürnt empfangen hat. Was fahren wir auch zu Sechst mit dem Aufzug für 5? Ich dachte ja bisher, die Gewichtsangaben wären großzügig kalkuliert... naja hier nicht: es sind ziemlich genau 75kg pro erlaubte Person. Das ist nicht wirklich viel, finde ich.

Letztes Wochenende bin ich mit Claire (einer Französin) nach Colonia in Urugay gefahren.
Knappe 60km über den Fluss. Ja echt, der ist so breit. Wenn Ihr auf dem Bild genau hinschaut, ist die Skyline von Buenos Aires am Horizont erkennbar.
In dieser hübschen minikleinen Stadt mit Unesco Weltkulturerbe-Siegel, gibt es ihn. Den Sandstrand:-)
ok, an einem Fluss der die Farbe von Milchkaffee hat, aber kühles Wasser, Sandstrand, Sonne, Palmen was will ich mehr an meinem Samstag nachmittag bei 37 grad im Schatten?




So waren Claire und ich wunschlos glücklich einmal dem Lärm der 11 Mio STadt entfliehen zu können.
Ausserdem haben wir zufällig das wohl einzige Wochenende erwischt an dem da echt was los ist. Die Llamadas - so heissen die Carnavalumzüge wie wir sie aus Rio kennen - beginnen in Uruguay immer in Colonia.
Totmüde bin ich aber schon um 1 im Hostel ins Bett gefallen und habe nicht einmal das Feuerwerk das auf der Strasse keine 20 m von unserem Zimmer entfernt stattgefunden hat, mitbekommen.

Ein bisschen müde bin ich immer noch. Und neben Klimaanlagen bedingter Erkältung platzt mein Kopf bald auch noch vor lauter Spanisch hören und reden. Meine Kollegen haben wohl beschlossen nun gar keine Rücksicht mehr auf mich zu nehmen und legen in einer Geschwindigkeit in ihrem Lunfardo-Dialekt los, der es in sich hat. (Für diese Sprache gibt es sogar Wörterbücher)
Stellt Euch einen armen Spanier vor, der in Hannover! ein bisschen Deutsch gelernt hat. Den stetzt ihr in ein gut besuchtes Café in Berlin Neukölln wo er versucht einer Unterhaltung mit 5 bis 10 original Berlinern zu folgen, geschweigedenn sich daran zu beiteiligen.
Dann habt ihr ungefähr ein Bild wie es mir täglich geht.

Die Frage ist nur, ob meine Kollegen denken, ich wäre mittlerweile gut genug um das zu verstehen oder geben sie es auf mir was zu erklären... mein hoffnungsloser Optimismus lässt nur eine Antwort zu.

Heute habe ich nach fast 2 Monaten in Argentinien meine siemens-email adresse bekommen, und einen eigenen SAP zugang. Das ist wirklich kaum zu glauben, welche Ehre mir da zuteil wird. Jetzt kann ich endlich normal arbeiten:-)
Jetzt muss ich sehen, wie es mir mit der hiesigen Arbeitsweise so ergeht. Einige Unterschiede durfte ich schon feststellen.
Aber das gilt es erst nochmal zu überprüfen, bevor ich hier wilde Vorurteile verbreite:-)

Montag, 12. Januar 2009

wieder im Alltag - back to the structure

10 Tage sind vorbei ohne dass ich neue Chaos geschichten zu berichten hätte.
Es scheint fast als ob mein Vorsatz für 2009 funktionieren könnte. Ich werde ordentlicher sein und nicht mehr alles so ohne echten Plan anfangen. Naja, ehrlich gesagt glaub ich noch nicht 100%ig daran, aber eine Sache steht fest. Ich werde meine Ablageordnung überdenken, beziehungsweise mal eine anfangen.
Dann könnte ich nämlich auch sagen wo die Kaufbelege der gestohlenen Sachen sind und die dann einscannen und der Versicherung schicken. So ist das Ganze etwas komplizierter.
Vorerst beschützt mich der Büroalltag vor neuen Schneiderfahrten und sonstigen kostspieligen Fettnäpfchen.:-)

Ansonsten habe ich nach diesem höllisch heißen Wochenende meinen ersten Besuch eines öffentlichen Freibades hinter mir. Tatsächlich muss man sich einer medizinischen Kontrolle unterziehen, bevor man hineindarf.
Das heißt sich in die übliche Schlange einreihen kurz abduschen, dann einen Fuss nach dem anderen vor der Krankenschwester heben, die Zehen und die Zwischenräume zeigen, Handflächen her, Arme hoch und zum Abschluss eine Läusekontrolle.
Nach diesem eingehenden Test wird man dann für 14 Tage "gesund geschrieben" und darf ins Schwimmbad.:-)
Allerdings war das Wasser so dreckig, dass ich mich frage ob der Gesundheitscheck dazu dienst das Wasser nicht weiter zu verschmutzen oder eher prüft ob der Beushcer gesund genug ist um diese Wasserqualität zu überleben.
...Sichtweite vielleicht 30cm. Lecker. Chris und ich haben jedenfalls entschieden lieber nicht unterzutauchen.

In Becken steht dann auf jedem Quadratmeter ein Argentinier und tanzt als ob es um sein Leben ginge zu megalauter Technomusik. Aquarobic fürs normale Volk in voller Lautstärke mit Vortänzer.
Der Rest sitzt draussen auf der verdörrten Wiese und verspeisst genüsslich mitgebrachte halbe Kühe und trinkt Cola dazu. Dagegen sind unsere Kühlboxen, die die Familien an den See mitschleppen wirklich Kleinkram.
Allerdings muss ich gestehen, dass am Schwimmbadkiosk die Semmel mit dünn geschnittenem Filetsteak vom Grill die Bayerische Leberkassemmel oder die Pommes rot-weiss auf meiner Freibad-fastfood-hitliste verdrängt hat.

Neben dem erstklassigen Techno machen die im 5 Minuten takt startenden Flieger deren Fahrwerke man deutlich erkennen konnte und die beiden grossen Ein und Ausfallstrassen neben der Liegewiese den Ort zu einer perfekten Ruhe Oase für den normalen Argentinier.
Ich konnte trotzdem auf meinem handtuch schlafen, was aber vermutlich eher an dem vorhergehenden Abend lag...

Aber damit ich nicht zur völligen Couchpotato werde habe ich am Samstag die größte Kletterwand der Stadt getestet, die aber allenfalls Platz für 8-10 Kletterer gleichzeitig bietet und bin seit heute im Fitness-studio angemeldet UND auch aktiv:-)

Bis dahin, schöne Grüße aus dem Land des Steaks,
Eure Corinna

Samstag, 3. Januar 2009

neues aus dem Leben von Miss Fettnäpfchen


What a day - oder vielmahr what a night...
bei unserem gestrigen Barbesuch mit Roland und Christian wurde ich um meine Handtasche erleichtert. Das bedeutet für mich ich werde nienienienie wieder eine Handtasche mitnehmen und wenn, dann stelle ich sie nicht mehr ab, sondern halte sie den ganzen Abend in der Hand. Wer mich kennt, weiß wie ich Taschen hasse und sie normalerweise immer schnellstmöglich loswerden will.
Nunja, diese bin nun endgültig losgeworden.
Das heisst im Detail bin ich auch meine Wohnungschlüssel samt meinem tollen 2.Heimat-Anhänger:-(, meinen Geldbeutel mit sämtlichen EC- und Kreditkarten und Personalausweis, meinem Fotoaparat und meinem Ipod, einem Pulli und meinem letzten deutschen Airways Kaugummi losgeworden.

Chris, der Engel, hat mich bei sich übernachten lassen und heute morgen haben wir erstmal meine Karten sperren lassen. Gottseidank hatte ich mein Handy daheim vergessen, so dass mir wenigstens das geblieben ist.

Der Schlüsseldienst hat mir für ein Vermögen von 1400pesos ca. 300 EUR mein Schloss aufgemacht und musste gleich ein Neues einsetzen. Ein horrender Preis, besonders wenn ich überlege dass ein Druchschnitts-Argentinier nur 2000 pesos im Monat verdient!
völlig irre, Wochenendaufschlag 30% und nochmal 30%, weil es ein Caso Urgente, also ein Notfall war und er gleich gekommen ist und nicht erst am nächsten Tag oder so.
Da ich ohne Karten ja nichtmal an Geld komme und so den Schlüsseldienst nicht direkt zahlen konnte, wollte er dann als Pfand mein Notebook!! mitnehmen. Aber auch aus dieser Klemme haben mich die Jungs gerettet. Haben ihre Stadtrundfahrt beendet und mir 1500pesos gepumpt.
An dieser Stelle nochmals ein riesengroßes Dankeschön an meine Helden!

Die nächsten Tage werde ich also mit Telefonaten mit den Banken und der Polizei und der Versicherung gut beschäftigt sein.
Hilft ja nix und trübsalblasen ist auch blöd, also gehn wir heute abend essen und danach evtl aus. Schliesslich ist nur n Haufen Geld dabei drauf gegangen und nichts wirklich schlimmes passiert:-)

Da kann das Jahr nur besser werden!