Sonntag, 26. April 2009

was zum lachen - la chica con la bicicleta!

nun bin ich bei Siemens Buenos Aires jedenfalls bekannt.

Nachdem ich es nicht in Haus nehmen darf sperre ich es vor der Tür an eine Bushaltestelle. Den letzen Abend als Roman und Miri noch da waren habe ich mich schon um 5 aus dem Büro gestohlen. damit wir noch mehr Zeit zusammen haben.
Also Ipod - Peter Fox, Jeans aufgekrempelt und das schloss aufgesperrt.
Tja losfahren konnte ich so aber nciht, weil der andere Fahrradfahrer aus Buenos Aires (es gibt echt nicht so arg viele oim Zentrum) hat sich die gleiche Bushaltestelle ausgesucht und mit seinem Bügelschloss sein Radl an den Stempen und mein Fahrrad gleich mit abgesperrt.

Sehr geil. Also habe ich den Kioskbesitzer und die Siemens Security Typen gefragt, ob sie zufällig wissen von wem das Radl sein könnte und ob der zufällig auch bei Siemens ist.
Die fanden das ja unerhört und sind gleich davon ausgegangen, dass das ein gemeiner Dieb sein muss, der dann nachts zurückkommt, wenn niemand mehr im Zentrum unterwegs ist und mein Radl klaut, dass ich ja wohl oder übel stehn lassen müsste...
Also haben sie nicht gezögert und sind dem Schloss mit Brechstange und Säge zu Leibe gerückt. Mitten auf der Strasse.
OK, das hätte ich mich jetzt nicht getraut!
Hat aber nix gebracht ausser ne Menge Schaulustige:-)
Kurz bevor dann der herbeigerufene Besitzer eines Bolzenschneiders eintraf, kam der peinlich berührte Radlbesitzer aus dem Siemensgebäude.
Nach dem ich an dem gleichen Abend um 21 Uhr nochmal vor der Tür stand und den Nachtwächter rausgeklingelt habe, wei ich meinen Geldbeutel an meinem Schreibtisch liegen lassen hab, bin ich nun im ganzen Haus bekannt.
Nun werde ich jeden Tag von allen extra begrüßt "Hola Cori, como andas? donde esta tu bicicleta?" o "la chica non la bicicleta?"

schönes Leben, schöne Welt!

die Hälfte der 10 Monate ist schon rum. das ging schon ganz schön flott... noch 4einhalb Monate, dann bin schon wieder da. Wahnsinn.
genießt den Frühling daheim!

Viaje en auto


am 4ten April hab ich mich mal wieder auf zum grossen Flughafen nach Ezeiza aufgemacht. Ehrenbesuch stand an: Chrisl, Roman und Miri sind mit einem abenteuerlichen Alitaliaflug endlich in Südamerika bei mir!

Was für ein Tag! nachdem Kaj, Danni und Rene weg waren, hatte ich ein kleines Zwischentief und die Ankunft der 3 natürlich um so sehnlicher erwartet.
Da der Chrisl der fleissigste aller Studenten ist, und in der 2ten Osterwoche schon wieder in München wegen einem Seminar sein musste, hat er es trotzdem nicht gescheut und ist sogar für nur eine Woche den weiten Weg hergekommen.
Dementsprechend haben wir gleich am Samstag und Sonntag die Stadt angeschaut, San Telmo, Zentrum, Cementerio de Recoleta (der die beiden Jungs total fasziniert hat?!?)und unser Zeug gleich wieder eingepackt. Sonntag abend gings nämlich mitm Bus nach Salta in den Norden. Mit der Reise wurden die 3 gleich in Argentinien eingeführt. erst der wuselige Retiro-Busbahnhof mit über 70 "Gleisen", dann die erstaunlich comfortablen Busse, der uns zum Auftakt zu unserer ohnehin 20stündigen Fahrt nochmal 3 zusätzliche h in Buenso Aires im Kreis gefahren hat. So ist das eben. Zeit spielt aber doch eh keine Rolle;-)

In Salta angekommen, haben wir unsere Reservierung eines VW Crossfox dann angesichts der Menge an Gepäck in einen Toyota Hilux Pickup getauscht. Eine weise Entscheidung wie sich bei einigen Flussdurchquerungen herausgestellen sollte.
Schon der erste Tag hatte viele Eindrücke für uns bereit.
Die Quebrada de Humahuaca, einer 150km langen Schlucht in den 7farbigen Bergen der Provinz Jujuy, für Miri und mich ein Einkaufsbummel im Ort Humahuaca, der Roman und Chrisl glaube ich ein paar ihrer Nerven gekostet hat. Aber es gab eben so viel Schnickschnack, Schmuck, kleine weiche Lamas, Panflöten undundundund anzugucken.
Selbstverständlich kann mit mir ein Urlaub nicht ohne eine ordentliche Schneiderfahrt beginnen:
So hatten wir vor, die Rute 9 bis fast an die Grenze nach Bolivien zufahren und dann auf die Ruta 40 runter in die Grandes Salinas vorbei an einer Mine, "el agilar". so wars in der Karte eingezeichnet.
Denkste. In "tres cruzes", was definitv nur eine Kreuzung mit einem Schlagbaum und einer Kontrollhäusl ist, steige ich aus und gehe zu den beiden Beamten ins Häuschen. Daussen giesst es in Strömen. Die beiden fragen mich nach dem Grund unserer Reise, bzw Durchreise gefragt werde. Auf meine Antwort, dass wir als Touristen unterwegs seien, ernte ich etwas verwunderte Blicke der beiden Beamten, werde aber um Ausweise, Führerschein..etc gebeten.
Ich frage sie dann noch ob man die Strasse bei dem Wetter fahren kann bis in die Salinen hinein.
hmmm. Bis in die Salinen? Da gibt es gar keine Strasse. Also hole ich die Karte ausm Auto, zeige die eingezeichnete Strasse und versichere dass wir an der richtigen Kreuzung stehn (es gibt jetzt auch nicht so unglaublich viele Strassenkreuzungen dort). Tja sagen die beiden, die Strasse, ach ja, die sei in vielen Karten eingezeichnet, aber in Wirklichkeit gehts nur bis zur Mine.
Alles klar... Darum auch der verwunderte Blick, dass wir als Touristen die 60 km Piste fahren wollen um an einer Mine anzukommen.

Wir haben dann bei Puamarca einen sehr schönen Fleck zum zelten gefunden und erstmal königlich gekocht, Wein getrunken, sterne gegukt und geratscht.
Bis wir Besuch von einer netten Dame aus der nahen Siedlung bekommen haben die uns leider nicht haben campieren lassen. also wieder alles abbauen um kurz vor Mitternacht und n Hostel in Pumamarca suchen gehn...

Die folgenden Tage haben wir ein Fotoshoot auf der weissen Ebene der Grandes Salinas auf 3500 m gemacht, die Ruta 40 bis Cafayate mit unserem Pickup erobert. Durch rote Flüsse und hohe Berge, tiefe Täler, irre Mondlandschaften und die unglaubliche Weite des argentinischen Nordens.
Den Chrisl haben wir ja leider am Karfreitag dann in Tucumán wieder in den Bus nach Buenos Aires setzen müssen und haben dann nochmal 2 Tage in Cafayate mit Reiten und Zelten verbracht.
Perfekt.
Natürlich hätte ich jetzt noch sooo viel mehr zu erzählen, aber das ist ehier ja schliesslich kein Roman...
Montag morgens gings dann direkt vom Bus unter die Dusche und ab ins Büro. Ist nämlich kein Feiertag hier am Ostermontag:-(
Roman und Miri sind dann die zweite Woche bei mir in Bsas geblieben und so hatte ich die beiden noch ein paar Abende zum Steakessen, Wein trinken, ratschen und in den Arm nehmen hier. Ausserdem haben sie zumindest ein paar meiner Freunde kennengelernt:-)

Nach einem Abschlussabend in Palermosbars hab ich die beiden wieder nach Ezeiza gebracht.

Schön dass ihr alle da wart!!!!!!!!!!!
Damit hab ich nun meine ganze Familie hier gehabt. Was für ein Glück! Ihr seid die besten!

Die Andenüberquerung...


....ja leider nicht meine. Aber Kaj kam mit Danni und Rene aus Chile von Antofagasta über den Paso Jama nach Salta geradelt. Ich habe die 3 dann in Buenos Aires am nationalen Flughafen abgeholt.
Ein Bild für die Götter. 3 topfitte Radler mit ungefähr 17 Ortlieb Taschen, und 3 in riesigen Kartons verpackten Edelrädern. Die haben wir dann erstmal nach Hause geschoben, da ich kein Leihradl bekommen habe am Sonntag und es keine Taxis gibt in die man mal eben 2-3 Radl reinbekommt.

Die 3 sind dann von Sonntag bis Donnerstag hiergeblieben, haben mir mit meinen ersten Radlausflug nach San Isidro gemacht, ich auf Renes neuem Rad:-) und er dafür beim Kaj auf der Mittelstange. 1h Fahrt und davon die über die Hälfte auf der Avenida Libertador. Eine jeweils 4 spurige Ein und Ausfallstrasse mit Kleinwagen-grossen Schlaglöchern, Smog und Lärm speienden Collectivos und erstaunlich freundlichen Taxlern.
Dafür konnten wir einen wunderschönen Abend draussen am Kite- und Kletterspot am Strand verbringen. Leider ist bei mir nun seit 6 Wochen nix mehr mit klettern, seit ich so gekonnt vom Pferd gesprungen bin...
Aber man kann ja mal zuschaun und schmachten und von Thalkirchen und den Alpen träumen.

Die 3 waren jedenfalls super Gäste, wir hatten ein paar schöne Tage zusammen, wobei ich ja bis auf Dienstag ins Büro musste. Durch die Bilder und Erzählungen von der Reise bin ich gleich ganz neidisch geworden und hab mir nun auch ein Radl gekauft. Das ist es: mein ganzer Stolz. Bisserl klein vielleicht und nicht der letzte Stand der Technik;-), aber mit Schaltung - sogar ne Shimano. Jetzt bin täglich damit in der Rushhour auf dem Weg ins Büro und mittlerweile ein Meister im Schlaglöcher ausweichen, Verkehrbeobachten, durch Stop-and-Go fahren. Nicht zuletzt habe ich dadurch auch das fluchen auf argentinisch ganz gut drauf:-) "que hijo de puta!"

Samstag, 21. März 2009

wunderschöne Welt

Zeit wirds, dass ich mal wieder meinen Blog auf Vordermann bringe. Aber es ist einfach keine Zeit geblieben die neuesten Berichte einzustellen.

Gestern habe ich meinen Vater zum Flughafen gebracht der mich hier 2 Wochen besucht hat. Wir sind also gleich am Tag nach seiner Ankunft nach El Calafate geflogen um füe 8 Tage Patagonien zu erkunden. Da meine Kollegen hier wirklich wenig Urlaub haben, ist es schon ein ganz schöner Hammer wie ich ihr Land bereisen kann. Schon meine 2 Tage fürs verlängerte Wochenende in Cordoba zu klettern wurden als Urlaub angesehn. und nun eine Woche dienstag auf Dienstag schon wieder frei?? Als ich wieder kam sagten die einen: Ach wer bist du denn? oder oh dich hatte ich ja beinahe schon vergessen! oder was, du warst in El Calafate? das habe ja bis heute noch nicht einmal ich geschafft und du schon in deinem vierten Monat hier?! Aber nachdem ich 1 kg Pralinen und Schokolade aus Bariloche mitgebracht hatte, war bei allen der Neid verflogen und sie waren ganz gespannt zu hören, was ich erlebt habe.

Aber nun zum eigentlichen:
in El Calafate konnte ich sehen dass sich seit 2005 (nach der IHK-Prüfung bin ich ja schonmal 4 Wochen in Argentinien unterwegs gewesen) der kleine Ort wahnsinnig vergrößert hatte. Die einzige Strasse die damals geteert war, war die Hauptstrasse und es gab eine Bank und ein Internetcafé. Heute ist alles asphaltiert und herausgeputzt. Es gibt sogar ein Casino (ist ja bekanntlich die größte Leidenschaft müder Bergsteiger noch ins Casino zu gehn?!?!) zig Restaurants, Bars, 4 Banken, Internetcafés und Bergsportläden.

Wir hatten uns für 2 Nächte ein bisschen ausserhalb des Ortes mit Blick auf den riesigen Lago Argentino in einem sehr netten familiären Hotel einquartiert und uns dann für eine Bootstour zu den Gletschern im Lago Argentino entschieden. den ganzen Tag auf dem Boot nur eine kleine Wanderung durch den Patagonischen Wald zu einem See. Totales Touriprogramm, aber es hat sich sowas von gelohnt!

Der Lago Argentino ist durchschnittlich 200m tief und an seiner tiefsten Stelle vor dem Upsala gletscher sogar 750m. Ich habs erst nicht glauben können, aber unsere Guides haben das nochmal bestätigt. Und wenn man dann vor 30m hohen Eisbergen steht, und sich denkt dass das ja nur die kleine Spitze ist, muss der See gewaltige Tiefen haben.

Die Wand des Spegazzini Gletschers ragt bis zu 60m hoch aus dem Wasser. Direkt vor unserer Nase sind Teile des Gletschers abgebrochen und mit lautem Krachen ins Wasser gestürzt. Beim Anblick dieser Eismassen in ihrem unglaublichen blau und weisstönen kann einem schonmal die Luft wegbleiben.
Der größte Gletscher des Nationalparks, der Upsalagletscher, gießt sich wie ein zähes weisses Band in den See. Wir konnten gar nicht mit dem Schiff bis an den Gletscher fahren, da die Wand vor kurzen komplett eingestürzt ist und die dabei entstandenen tausenden Eisberge den See davor versperren. Je nach Wind und Wetter fahren die Kapitäne mit ihren Booten hinein soweit sie kommen. Manchmal auch bis ganz vorne an die Wand. oder auch nur einen Teil.
Wir sind auf grund des starken Windes in einiger Entfernung mitten zwischen wunderschönen Eisbergen, mit dem Boot geblieben und haben von dort den gigantischen Gletscher und die Berge aussenrum betrachtet.
war mir auch ganz lieb, weil wenn die Eisberge hinteruns den Weg zumachen, kann man auf so einem Schiff schon in Probleme geraten.

Ich hatte den berühmten Perito Moreno Gletscher ja schon 2005 besucht und muss sagen, dass ich die Bootsfahrt über den See zu Upsala und Spegazzini noch beeindruckender finde.

Nach diesem gigantischen Auftakt hatte uns das Patagonienfieber gepackt und wir sind am nächsten Tag mit einem kleinen VW Gol nach El Chaltén gefahren. Nachdem wir uns kurz bei unserer Hostel-Mama über einen einfachen Weg mit Sicht auf den Fitz Roy erkundigt haben, sind wir gleich aufgebrochen. Der Weg ging schön windgeschützt im Wald bergauf und nach knappen 3h Marsch (Hut ab Papa!!!) wurden wir dann mit einem wahnsinns Blick auf den Fitz Roy belohnt.
Ich hab dort erstmal die Pausenbrote geschmiert, während mein Vater mit seinem super Objektiv die Details des Berges erkundet hat.
ein Traumberg. er hat sich für uns auch bis auf eine kleine Wolke auf der Spitze seiner Nebelhüllen entledigt, so dass wir am Ende wirklich viel vom rauchenden Berg sehen konnten. Das ist nämlich übersetzt der Name in der sprache der Einheimischen. (el Chaltén - Berg der raucht).


Mein Vater hat nach unserer Ankunft von 5 am nachmittag bis morgens um 7 fast durchgehend geschlafen und nur eine Banane als Abendessen verzehrt. Aber er ist trotz seines Handicaps bis zum Aussichtspunkt gelaufen und wollte sich nicht mal den Rucksack abnehmen lassen. So ein Sturkopf:-)
Also habe ich mich am Abend mit den anderen Leuten im Hostel übers unterhalten, während das ganze kleine Haus unter dem zunehmenden Sturm gezittert und gebebt hat.
Draussen sau kalt drinnen schön warm.
Ich habe beschlossen im Winter nochmal herzukommen. muss nur noch Leute finden die das Gebiet kennen und Skitouren machen können. Olli, das ist echt ein Traum dort! Also wenn du wirklich kommst, dann gibt es viel zu sehen.:-)

Leider hatten wir nur einen Tag Zeit in El Chaltén und mussten dann am nächsten morgen zurück nach EL Calafate, das Auto abgeben und in den Flieger nach Bariloche.

Dort haben wir dank des super Tipps von July einen 2 tägigen Ausritt durch die unberührte Natur gemacht. Ich kann schon verstehn was die Cowboys oder Hirten an ihrer Arbeit lieben.
Carol und Marie unsere beiden Begleiterinnen haben uns 2 super Tage beschert. Mein Vater ist nach einem kleinen Absturz wieder aufs Pferd gestiegen undich hab mir beim Absteigen am Berg den Fuss verstaucht und die Bänder gezerrt. Egal, es war sooo schön!
Mittags und abends draussen unter Bäumen oder am See grillen, Mate trinken, in der Sonne liegen, einen Grashalm im Mundwinkel und dann vom Pferd aus die Natur und die unednlichen Weiten geniessen.
Nachts war es unerwartet kalt, dass das Wasser in den Säcken am nächsten Tag gefroren ist. Aber in meinem Schlafsach habe ich geschlafen wie ein Baby, während der Rest wohl ziemlich mit der Kälte gekämpft hat. Diese Investition im Sommer hat sich schon tausendfach gelohnt :-)

Nach diesen beiden Tagen draussen haben wir uns noch in einer Hütte am Seeufer entspannt. Ich hätte ja ehrlich gesagt nichts gegen weitere Zeltnächte und Wanderungen gehabt, aber wir haben es uns dann noch eineinhalb Tage in einem Bungalow am See gemütlich gemacht mit abendlichem Kaminfeuer, lecker kochen, ratschen, lesen und in der Sonne liegen.
Am letzten Tag sind wir spontan mit dem Sessellift auf einen Berg gefahren und wurden mit einem Blick belohnt, den ich nicht für möglich gehalten habe. 7 Seen in tiefstem Blau , eingeschlossen von grünen Bergen, kaum Häuser oder Strassen. Wirklich Paradisisch. Wenn ich in Argentinien einen Ort zum leben aussuchen müsste, dann dort.

Tja und nun bin ich wieder hier in Buenos Aires, dem Paris von Südamerika, zurück im Büro, weg aus der Natur aber dafür bei meinen Freunden :-)
Morgen kommen für 4 Tage meine Freunde Kaj, Rene und Dani, die aus Chile hergeradelt sind. Ich beneide sie jetzt schon um ihr Fitness! bei mir hingegen heisst es erstmal weder klettern noch laufen noch sonst was, sondern 3 Wochen bota plastica. wie so ein Plastikstiefel für Bänderzerrungen aussieht werde ich am Montag erfahren, wenn ich ihn beim orthopädischen Laden kaufen werde.

Und dann am 4ten April kommen schon Chrisl, Roman und Miri, dann fahren wir nach Salta. also schon wieder 3 Tage frei. einfach unglaublich, diese deutschen Arbeitsverträge!!!:-) oder sollten sie Urlaubsverträge heissen?

Eure Corinna!

Dienstag, 24. Februar 2009

zelten, klettern, raus aus der Stadt


ja ihr lest richtig! ich war ein langes Wochenende in der Natur.

Aber vorher noch kurz ein Satz zu unserer fiestita Aleman am vergangenen Wochenende. Chris Julia und ich haben unsere Freunde und Kollegen eingeladen und uns dafür Freitagabend und samstags zum Fleischpflanzerl(danke Papa fürs geniale Rezept)und Kartoffelsalat machen, Brezenbacken (danke Belle:-))und Weisswürstel testen in die Küche gestellt.
Von unseren hausgemachten Spezialitäten waren die Argentinier echt begeistert, und nach ein paar Warsteiner und Fernet con Cola ist die Feier auch ziemlich gut in Gang gekommen.
Wir müssen jetzt an sämtliche Leute Brezenrezepte verteilen oder sogar das Backen beibringen...

So nun zu den letzten paar Tagen:
Am Freitag um halb 10 sind wir mit dem Mirco in Richtung Villa Carlos Paz bei Cordoba 750km entfernt gestartet. Dann am nächsten morgen gings weiter mit einem kleineren Bus in die Sierra de Cordoba hinauf bis zum Klettergebiet Las Olas mitten im Nichts.

Sitzplätze hatten wir keine mehr ergattert also haben wir die eineinhalb Stunden Bergfahrt im Stehen auf dem Gang verbracht. Bei der Rückfahrt gabs auch keinen Sitzplatz, war uns der Boden im Mittelgang aber auch ausreichend, müde wie wir waren.

Angekommen im Nebel -wieder mal mystical view wie in Peru - haben wir im Garten eines alten Ehepaares neben einem kleinen Wasserfall unsere 3 Zelte aufgeschlagen um sogleich an die Wand nebenan zum klettern zu gehn.
Da es dort ein paar Höhlen zum Bouldern gibt wäre uns Regen sogar egal gewesen.
Zum Schluss gabs noch eine Route mit 2 Seillängen zum üben.

Müde von der Reise und dem Tag haben wir uns im Nebel ein paar Nudeln gekocht, und trotz Feuchtigkeit und Kälte noch lange geratscht, bis es angefangen hat zu regnen und wir in die Schlafsäche gekrochen sind.

Dafür hat uns am nächsten Morgen strahlender Sonnenschein geweckt und uns so für unseren Optimismus angesichts der miserablen Vorhersage belohnt.
Am Sonntag sind wir nach eineinhalb stündigern Wanderung am Gebiet La Ballena (der Wal) angekommen. Feinster Granit als ob noch nie jemand daran geklettert wäre.
Allzuoft wird das sicherlich auch nicht besucht, nachdem kein Weg hinführt und selbst Hernan, unser Guide, kurz mal unsicher war wos langgeht.
Er hat dort schon einige Routen eingebohrt und auch am Sonntag eine neue geschaffen. Den Namen haben wir noch nicht, aber unser Favorit ist der Spruch des Tages: "Max, hace algo!" Das heisst so viel wie "Max, mach irgendwas!!"

Der kam nämlich erstmals auf der Herfahrt im Bus um halb 6 von Vanesa zur Anwendung, als der Fahrer ein Shakiravideo lautstark zum Wecken eingelegt hat. Wohlgemerkt sind wir erst um halb neun angekommen...
Ausserdem immer wenn jemand in der Wand nicht weiterwusste.: "Max, hace algo!"
Max war zwar das erstemal am Fels, doch mit seiner unerschütterlichen Psyche alles kein Problem:-)
beneidenswert.

Abends nachdem klettern haben wir in der kleinen Lagune neben unseren Zelten gebadet, danach gekocht geratscht und einen unvergesslichen Süd-Sternenhimmel genossen.

Gestern schliesslich haben wir noch einen super Sektor beklettert der den schönen Namen "ultima sol de Marzo" trägt. Wir hatten tatsächlich bis spät abends Sonne. Etwas viel vielleicht bei der Hitze, aber die Wände sind ein Traum.
Technisch ziemlich anspruchsvoll für mich, aber richig schön.
Und die Einstufung der Schwierigkeitsgrade scheint mir hier auch etwas härter zu sein. Ok, ich hatte ca ne 4 monatige Kletterpause, aber holla die Waldfee, da braucht man Neven. Bei den Abständen der Hacken allemal!

Jetzt nach 3 Tagen Granit tun mir meine Fingerspitzen weh und Muskelkater hab ich auch! :-) ich muss wieder trainieren und hab richtig Lust drauf! Also gehts am Donnerstag abend gleich wieder zum klettern. Nächstes Wochenende ist erstmal Carnaval in Guale angesagt, aber der nächste Ausflug nach Tandil zum Klettern ist auch schon ins Auge gefasst. Alles nicht so einfach bei den Distanzen in Argentinien, aber egal:-)

Es schreibt Euch eine glückliche Corinna, die soeben ihre FiveTen wieder in goldene Stadtschiksen-sandalen eingetauscht hat und sich bald wieder ins Buenos Airer Nachtleben begibt. Heute Kino unter Freiem Himmel!

---mehr zu sehen gibts wie immer links unter "Buidln"-----------

Sonntag, 8. Februar 2009

wunderbares wochenende

Nun ist schon wieder Sonntag abend und ich hab 2 super Tage in BA und der Provinz verbracht.
Das Wochenende hat schon am Freitagabend fantastisch begonnen. Chris ist gelandet und in seinem Gepäck mein Foto, mein Ipod und meine neuen Bankkarten! Und einen super Fotokalender vom Roman und der Miri.
Endlich kann ich Euch wieder Bilder auf den Blog stellen und meine Musik in der Subte hören!

Am Samstag hiess es erstmal um 6Uhr aufstehen, damit ich mit Chris und Mira zum Treffpunkt ausserhalb der Stadtgrenze fahren konnte. Pünktlich um kurz vor acht waren wir am verabredeten Ort, um uns mit 11 anderen Argentiniern zum Fallschirmspringen zu treffen. Natürlich wollten wir gemeinsam mit den Autos rausfahren und knapp ne dreiviertel Stunde nach vereinbarter Zeit, waren dann auch alle da und wir haben uns auf den Weg gemacht.
Wir hätte also locker noch ne Stunde länger schlafen können. :-)
Zusammen mit einem Kollegen von Chris sind wir dann nach Lobos ca 100km in die Provinz von BA gefahren. Natürlich nicht ohne uns zu verfahren.

Ich muss zugeben, dass der Anblick unseres Flugzeuges und der Fallschirme nicht zu meiner Entspannung beigetragen haben.

Nachdem wir uns kurz ungesehen haben, gings auch schon los und die ersten 3 Mutigen sind in der Propellermaschine auf der Graspiste gestartet.
Ich hab erst hingesehen, als alle 3 die Fallschirme geöffnet hatten. So aufgeregt war ich, dass ich nicht sehen wollte wie sich die Irren aus dem Flugzeug stürzen. Als ich dann an der Reihe war, meine Ausrüstung anzuziehen, war ich schon ganz schön nervös. Mein Pilot Pablo hat nur geantwortet, er sei es auch. Sehr beruhigend. Trotzdem hat er nen ziemlich relaxten Eindruck gemacht und sah so aus, als wüsste er was er da macht. Gut, dann noch eine ausgiebige Einweisung nach dem Motto, du musst die Füsse aus dem FLugzeug auf die kleine Stufe stellen, dann schubste ich dich raus, dabei die Hände an den Gurt, Füsse nach hinten und später Hände und Füsse ausstrecken. Wie ein Vogel! Naja das ist ja einfach....

Schon saßen wir wie die Ölsardinen im Flugzeug auf dem Boden, jeder Passagier fast auf dem Schoß von seinem Piloten. Langsam schraubt sich die kleine Chesna höher über die Pampa. Ziemlich hoch finde ich und wage einen Blick auf den Höhenmesser. Erst 900m.. Fehlt doch noch ganz schön was bis zu den 3000m von den wir uns aus dem Flugzeug stürzen werden... oh oh.
Die beiden argentinischen Jungs sind mittlerweile auch recht still geworden.
Zu meiner Versicherung und Ablenkung frage ich meinen Piloten, wie ich eigentlich an ihm befestigt werde und ob ich einen Helm bekomme und überhaupt wie wir das so machen werden.
Dann endlich nachdem wir die Höhe erreicht haben und die Rinder auf den Wiesen unter schon kaum mehr erkennbar waren, sitze ich fest an meinen Piloten gezurrt mit Lederkäppchen und Schutzbrille da, sehe wie die Tür unter dem Flügel aufgeht, spüre den kühlen Fahrtwind, höre den Lärm der Maschine noch lauter, und sehe wie erst Matias und dann Lucas verschwinden.
Mein Herz dürfte in dem Moment so laut gerast haben und wenn die kleine Chesna nicht durch Wind und Propellor noch grösseren Lärm gemacht hätte, hätte man das Klopfen bestimmt hören können.
Was mach ich hier grade? Ich kann doch jetzt hier nicht aus dem offenen Flugzeug einfach raus?!!
Naja, schon bewegen wir uns zur Öffnung. krass, die Beine sind draussen es ist ganz schön windig, ich kralle mich in der kleinen Öffnung fest, doch nun muss ich mich ja mit den Händen am Brustgurt festhalten. kurz noch realisiere ich dass ich gleich wirklich aus dem fliegenden Flugzeug fallen werde und dass wir echt verdammt hoch sind.
Dann hab ich gar keine Zeit mehr zu zaudern, zu denken, denn ich befinde mich schon im freien Fall.

Nach einer ersten unglaublichen Schrecksekunde, ist es nur noch fantastisch! knapp eine Minute freier Fall ist wirklich der Hammer. Dann zieht mein Pilot die Reissleine, und wir werden von dem kleinen Fallschrim etwas gebremst. Troztem war der Ruck den der Große verursacht ziemlich unangenehm. Danach ging es in sanften Kurven in guten 5 Minuten wieder auf die Erde.

Der Wahnsinn.
ich will nochmal!
Was für ein Gefühl durch die freie Luft zu fliegen.
Ees gibt sogar ein Video dass ich in den nächsten Tagen bekomme:-) live mein Sprung!

Danach haben wir zusammen noch einen super Asado-Nachmittag gehabt.


Und heut war ich mit Juli, die nach 3 Wochen Urlaub mit ihrem Freund endlich :-) wieder hier ist, in San Isidro am Peru Beach beim Klettern. Danach haben wir noch einen Licquado am Strand des Rio de la Plata in der Abendsonne getrunken und dann ab nach Hause. Der Weg ist zwar echt weit und wir haben fast eineinhalb Stunden im Collectivo Bus ohne Sitzplatz aber mit viel Körperkontakt nach Hause gebraucht. Egal, ich bin glücklich!

Morgen gehts wieder ins Büro wo es auch von Woche zu Woche mehr zu tun gibt und ich mich immer ein Stückchen nützlicher fühle:-)
Mehr Bilder vom WE gibts natürlich links in der Buidl-link-Liste.

Und wer Reiseideen braucht sollte mal unbedingt auf Julias Blog die Fotos ihrer Reise anschaun! Die sind der Hit!

Sonntag, 1. Februar 2009

Hauptstadt snapshots

Mittwochabend Schickimicki - Afteroffice in der Crobar:
schon in der Schlange habe ich bemerkt, dass alle Mädels in hohen Schuhen oder silbernen Sandalen da sind. Egal, hohe Schuhe brauch in dem Land nicht anziehn, ich komme mir auch so schon riesig vor und Neue Silbersandalen kann ich mir nicht kaufen, weil ich noch keinen Laden gefunden habe, der 41er Größe hat.

Der Türsteher will uns 4 Mädels gerade durchwinken, bis sein Blick auf meine Adidas fällt. " no zapatillos aca!" oh mann das ist peinlich. nach kurzem Schreck, erklären wir ihm kurz was das Problem ist;-) Da er selber nen Kopf kleiner ist als ich, sieht ers ein und lässt uns durch:-)


Freitag morgens übertrifft die BsAs Subte die London Tube, die dem Ruf zufolge, die vollste, heisseste und unzuverlässigste Ubahn überhaupt sein soll.
Die übliche schwüle Luft mit 35 Grad schlägt mir entgegen als ich mich zu den anderen in den Waggon stelle. Es hat die Nacht über geregnet und draussen ist es einigermassen kühl. Davon merkt man aber nix hier drinnen. Aber es sind ja nur 15 oder 20 Min bis zur Plaza de Mayo. Normalerweise....Und ist es heute nicht soooo voll, d.h. ich habe keinen direkten Körperkontakt mit wildfremden, schwitzenden Menschen. Ein Traum:-)
Bis die Ubahn im Tunnel stehen bleibt. Das ist nicht ungewöhnlich, aber diesmal zieht sich das Ganze noch ein bisschen hin. Ohne Info was los ist, ohne irgendwas. Nach 40 min, in denen die Argentinier komplett ruhig bleiben, kommt ein Schaffner durch der alle Türen zwischen den Waggons aufmachen, so dass man von hinten nach vorn durchgehn kann. Im ersten Wagen ist die vorderste Tür geöffnet,damit die wir aussteigen und zu Fuss weiter gehn können. Also bewegen wir uns allmählich nach vorn. Echt bewunderswert, die Ruhe und geduld der Leute hier. Immerhin ist Rushhour und alle müssen in die Arbeit. Todo tranquilo eben.
Bis dann eine Frau dem vorbeigehenden Schaffner den Weg abschneidet und ihn aufs Übelste beschimpft. In dem Moment scheint allen der Geduldsfaden zu reissen und eine kleine Revolte bricht los. Die meisten schreien den armen Schaffner an und rücken ihm für meine Begriffe ziemlich nah auf die Pelle. Aber auch untereinander kippt die Stimmung ins eher agressive. Ich verstehe zwar nur Bruchteile, aber den Schimpfworten und der Tonlage zu urteilen gehts ganz schön zur Sache. Es hätte mich nicht gewundert,wenn s nicht bei Worten geblieben wäre.
Die Tür, aus der zuvor einige aussteigen konnten, wurde inzwischen wieder geschlossen und ich stehe inmitten zeternder, streitender, schwitzender Menschen in einer völlig überhitzen und überfüllten Subte der Linie D.
Direkt neben mir steht eine Frau, die das Geschehen genau wie ich eher beobachtet. Wir müssen plötzlich laut lachen, weil die Situation schon etwas absurd ist.

Irgendwann nach insgesamt eineinhalb Stunden scheint das Problem verschwunden zu sein und die Ubahn zuckelt wieder los. Als ich dann ziemlich verschwitzt im Büro eintrudle, könnens meine Kollegen gar nicht fassen und meinen in Deutschland würde bestimmt immer alles pünktlich gehn und nie was stecken bleiben. Naja ist nicht ganz richtig, aber meistens kommt doch zumindest irgendwann mal ne Info was los ist. Und es hat auch keine 35 Grad in der Ubahn und man hat auch ein bisschen mehr Platz.
Aber wir ich bin eben nicht in Deutschland :-)


Samstag Nacht, Club Podestá, Palermo Soho , Buenos Aires:

Ich bin mit 2 Mädels unterwegs. Wir kommen ganz nach argentinischer Manier um halb 3 an zum tanzen. Bis plötzlich die Musik leise wird und das Licht heller. Die werden uns doch jetzt hier nicht rausschmeissen? Der Club ist voll, es ist vielleicht halb vier. Also keine Zeit schon zu schliessen. Als dann eine Barkeeperin druchläuft und die Leute bittet ihre Kippen auszumachen, erfahren wir, dass grade eine Inspección da ist und wenn die Musik wieder laut wird und das Licht ausgeht, gehts die Party weiter.
Inzwischen kommt läuft Jazzgedudel. Keiner raucht, das ist nämlich in Restaurants und Bars verboten. Es ist ein bisschen so wie auf einer Party zu Hause, bei der die Eltern zu früh heimkommen. Schon etwas merkwürdig. :-)
Der Ort ist wohl nicht als Disko angemeldet und darum der Zirkus mit Licht an, Barmusik usw. Schnell so tun als wärs ne normale Bar?!

Kaum war die Inspección aus dem Haus, gings weiter wie gewohnt:-) Sehr fein!